Die Initiative Sudan / Südsudan unterstützt seit 1998 Jugendliche, Schulen und Gemeinden im südlichen Sudan

Initiative Sudan / Südsudan Projekte Von der Schulbank in die Ausbildung

Von der Schulbank in die Ausbildung

St. Joseph Secondary School in Gidel

Die Schule in Gidel wurde 2008 fertig gestellt und ist das momentan jüngste Schulprojekt der Initiative Sudan / Südsudan. Diese Einrichtung besteht aus vier Klassenzimmern, einer kleine Bücherei, einem Versuchsraum für naturwissenschaftliche Experimente und einem Verwaltungstrakt. Es gibt eine Unterkunft für Lehrer und ein Wohnheim für Mädchen. Ein großes Problem besteht noch: Die Jungen haben kein Wohnheim und mussten sich deshalb notdürftig eigene Hütten bauen.

St. Joseph verfügt über eine komplette Solaranlage. Als besondere Errungenschaft gehört zur Ausstattung der Schule auch ein Computer - für den Bewohner der nördlichen Welthalbkugel mittlerweile ein fast unverzichtbarer Alltagsgegenstand, stellt ein solches Gerät in vielen unterentwickelten Regionen Afrikas ein absolutes Luxusgut dar.

Es gibt also noch viel zu tun in der St. Joseph Secondary School, doch ein Anfang ist gemacht, auf dem wir mit Ihrer Hilfe aufbauen werden.

Ein Berufsausbildungszentrum in El Obeid

Die Initiative Sudan ermöglicht 12 Jungen die Ausbildung

50 Jungen aus den Nubabergen sind in eingeladen, im Berufsausbildungszentrum St. Bosco in El Obeid technische Fertigkeiten zu erlernen, junge Leute, die weniger für eine akademische Laufbahn geeignet sind, aber dafür, eine zupackende, praktische Begabung neben guten Sprachkenntnissen haben.

12 Jungen aus den unterstützten Pfarreien Gidel, Kauda, Kharga und Lumon, sind dafür ausgewählt worden, und es wird erwartet, dass sie, wenn sie zurückkehren, in ihren Gemeinden, Schulen und Gemeinschaften gute Dienste leisten können - als Automechaniker, Elektriker, Steinmetze, im Holz- und Metallbau, als Schweißer, Installateur und in der Computertechnik.

So leistet das Berufsausbildungszentrum einen aktiven Beitrag zur Hilfe zur Selbsthilfe.

Hierzu eine Hintergrundinformation aus einem Bericht der Don Bosco-Mission, Bonn:

Auch in der Stadt El Obeid mit 300.000 Einwohnern in Zentral-Sudan leben viele Familien unter schwierigsten Bedingungen. Die meisten sind Flüchtlinge aus dem Süden und Muslime aus der Krisenregion Darfur. Vor zwei Jahren wurde dort die Berufsschule mit angegliedertem Jugendzentrum eröffnet.

Derzeit werden dort 250 Jugendliche ausgebildet. Hinzu kommen 144 junge Männer aus Darfur - Bürgerkriegswaisen und Flüchtlinge. Rund 30 Euro kostet die Aufnahmegebühr für die Berufsschule. Ein symbolischer Preis - denn für die Gebühr statten die Salesianer ihre Azubis mit Arbeitskleidung aus. Hier sind 60 Prozent der Berufsschüler Muslime, die anderen Christen.

"Unsere Schulen sind offen für alle. Bei uns lernen die jungen Menschen, sich gegenseitig zu respektieren." Das sei ein erster Schritt zur Versöhnung, so der leitende Pater.

Die Ausbildung der Flüchtlinge hat neben einer beruflichen Perspektive noch einen präventiven Grund: "Wir wollen verhindern, dass die jungen Leute sich den mordenden Reitermilizen anschließen. Denn diese Gefahr besteht, wenn sie keine Hoffnung auf Verbesserung ihrer Situation haben."

Vocational Training Centre in Kauda (VTC)

In Kauda entsteht eine Ausbildungsstätte für berufliche Bildung (VTC), die handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, um den Wiederaufbau des Landes zu ermöglichen. Auf 900 m2 Grund existieren bereits zwei große Klassenräume, ein Verwaltungstrakt, eine Garage für drei Autos, an denen die zukünftigen Mechaniker ausgebildet werden. Auf einem überdachten Gelände wird das Maurer- und Tischlerhandwerk erlernt.

Ein Friedendorf am Kuron River

70 km südlich von Boma am Kuron River errichtet der aus Altersgründen vom Bischofsamt zurückgetretene Paride Taban ein peace village, ein Friedensdorf mit Muster-Landwirtschaft, Schule, Fortbildungszentrum und Hospital, um den dort lebenden Menschen - vor allem dem Stamm der Topossa - ein Zuhause zu bieten.

Dieses Friedensdorf versteht der dynamische und sportliche Altbischof auch als Keimzelle für einen dauerhaften Frieden unter den Stämmen.

Wir unterstützen das Wirken Paride Tabans, damit die Menschen in diesem abgelegenen Teil der Welt mehr Zukunftschancen bekommen.

Am 15. Juni 2005 hat Caritas Schweiz zum dritten Mal ihren Preis für Menschlichkeit verliehen. Die 750 Gäste im Kunst- und Kongresszentrum Luzern erlebten mit Bischof Paride Taban einen Preisträger, der im jahrzehntelangen Bürgerkrieg stets bei den leidenden Menschen ausharrte. Sein ständiger Begleiter: sein Zelt.

Am Zustandekommen des Friedensabkommens für den Südsudan vom Januar 2005 war Bischof Paride Taban als Mann des Ausgleichs maßgeblich beteiligt.