Die Initiative Sudan / Südsudan unterstützt seit 1998 Jugendliche, Schulen und Gemeinden im südlichen Sudan

Initiative Sudan / Südsudan Projekte Schulprojekte in El Obeid und Turalei

Schulprojekte in El Obeid und Turalei

An verschiedenen Standorten hat die Initiative Sudan / Südsudan Schulen gegründet, die der klassischen Volksschulenicht unähnlich sind - die primary schools, die Mädchen und Jungen grundlegende Schulbildung vermitteln und damit auf eine anschließende Berufsausbildung vorbereiten.

Boma - hier nahm unsere Arbeit ihren Anfang ...

Die primary school in Boma war die erste Bildungseinrichtung, die mit Hilfe der Initiative Sudan / Südsudan eingerichtet wurde. Viele ihrer Absolventen besuchen mittlerweile erfolgreich weiterführende Schulen in Kenia.

Primary Schools in der Diözese El Obeid

In der Diözese El Obeid unterstützen wir Schulen an verschiedenen Standorten. Es sind die St. Daniel Comboni Primary School in Lumon, die St. Peter and Paul Primary School in Gidel, die St. Vincent Ferrer Primary School in Kauda sowie die St. John Primary School in Kharqa.

Alle Schulen sind aus Steinen, Lehm und Gras errichtet und bieten Unterrichtsräume für jeweils sieben Klassen und eine Vorstufe an. Doch damit ist unsere Arbeit nicht getan. Der Unterricht muss gewährleistet werden, also muss Personal bezahlt und Materialien finanziert werden. Gebaüde und Einrichtung müssen instandgehalten und ausgebaut werden.

So verfügt bislang nur die St. Peter and Paul Primary School in Gidel auch über ein Lehrerzimmer. Der St. John Primary School in Khaqa fehlt noch ein befestigter Boden sowie abschließbare Fenster und Türen, damit Lehrmaterialien darin aufbewahrt werden können.

Einen fürchterlichen Schlag erlitt die St. Vincent Ferrer Primary School in Kauda. Dies war die erste Primarschule in der Diozese El Obeid. Ihre Arbeit begannen Schüler und Lehrer 1999 mitten im schlimmsten Bürgerkrieg. Sie lehrten und lernten damals unter Bäumen in Kauda. Im Jahr 2000 wurde die Schule bombardiert, 14 Kinder und Lehrer verloren ihr Leben.

Doch die Menschen in Kauda behielten ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft und den Glauben an das Projekt einer Schule für die Ausbildung der Kinder. So wurde nach der Bombardierung die Schule versteckt unter Bäumen und Büschen hinter einen Hang verlegt, wo sie bis heute die Schülerinnen und Schüler besuchen.

Schwester Cathy Solano aus Australien ist Education Coordinator vor Ort, d.h. sie betreut verantwortlich diese Schulen im südlichen Sudan. Gemeinsam mit ihr treffen wir wichtige Entscheidungen über Projekte und den nachhaltigen Einsatz von Spendengeldern aus Deutschland.

Besonderen Wert legen wir auf Beziehungen zwischen Bildungseinrichtungen in Deutschland und den Schulen im Sudan. Im Lauf der Jahre sind so enge Kontakte zur Diözese El Obeid und ihren Schulen und Gemeinden entstanden. Es gibt einen reichen Brief- und Bilderwechsel zwischen den Schulen im Sudan und der Katholischen Grundschule St. Bonifatius in Düsseldorf, dem Angela-Gymnasium in Düren, dem Jugenddorf-Christophorusschule in Königswinter sowie einer Schule in Itzehoe. So weiten sich Perspektiven über die Kontinente hinweg. Wir gewinnen Einblick in die Lebensart von jungen Menschen in einem fernen Land.

Schülerzahlen in der Diözese El Obeid

Standort Schule Jungen Mädchen Gesamt
Lumon St. Daniel Comboni Primary School 255 72 327
Gidel St. Peter and Paul Primary School 192 128 300
Kauda St. Vincent Ferrer Primary School 300 147 447
Kharqa St. John Primary School 205 114 319

Schulen in Turalei

In Turalei unterschützt die Initiative Sudan / Südsudan zwei Projekte, die St. Joseph Primary School und die Mother-Teresa-Slum-School.

Die St. Joseph Primary School existiert seit 2002 und besteht aus fünf Klassen. Es fehlen noch zwei weitere Unterrichtsräume um alle sieben jahrgangsstufen der Primarschule abzudecken. Für etliche Schülerinnen und Schüler findet daher der Unterricht noch unter Bäumen statt. Eine Küche, ein Lagerraum für Lebensmittel und ein Lehrerzimmer werden ebenfalls dringend benötigt.

Derzeit werden 259 Jungen und 166 Mädchen an der St. Joseph Primary School unterrichtet.

Die Mother-Teresa-Slum-School wurde von den Missionarinnen der Nächstenliebe, engl. Missionaries of Charity MC, auch bekannt als Mutter-Teresa-Schwestern, gegründet. Sie wenden sich an Kindern einer der ärmsten Bevölkerungsgruppen im südlichen Sudan - den Menschen, die während des Bürgerkrieges vertrieben worden waren, dann zurückkehrten und nun unter oft erbärmlichen Bedingungen in Notunterkünften vegetieren.

Den Kindern dieser entwurzelten Menschen bieten die Schwestern die Möglichkeit elementarster Bildung. Lesen und Schreiben lernen diese Kinder, aber auch Grundregeln des sozialen Miteinanders. So bereitet die Mother-Teresa-Slum-School die Mädchen und Jungen auf den Besuch der Primary School vor.