Als Organisation, die in einer der ärmsten und politisch instabilsten Regionen der Welt tätig ist, ist uns die Transparenz unserer Arbeit und der Verwendung Ihrer Spendengelder vor Ort besonders wichtig. Deshalb informieren wir umfassend über die Einnahmen und Ausgaben der Initiative Pater Stephan e.V. im jeweils vergangenen Projektjahr. Bis zum Jahr 2018 wird unsere Organisation in den Jahresberichten unter ihrem früheren Namen Initiative Sudan / Südsudan aufgeführt.

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Jahresbericht 2018

 

Jahresbericht 2018

I Zielsetzung, Lage der Projekte und Kooperationspartner

I - 1

Die Initiative Sudan / Südsudan / P. Stephan e.V. (ISS), die sich gemäß Satzungsände-rung ab dem 3.1.2019 Initiative Pater Stephan e.V. (IPS) bezeichnet, verfolgt das Ziel, nachhaltig Menschen im Sudan und im Südsudan zu helfen, die durch Armut, kriegerische Ausei-nandersetzungen, Unterdrückung und klimatische Veränderungen leiden müssen. Sie konzentriert ihren Einsatz auf Gebiete der sudanesischen Diözese El Obeid und den südsudanesischen Diözesen Wau und Torit.

Ausgehend von der Tatsache, dass gut ausgebildete Menschen eine entscheidende Voraussetzung für die Besserung der Lebensverhältnisse und die Zukunft eines Landes sind, steht bei der ISS/IPS die Förderung der Bildung im Zentrum ihres Bemühens. Sie hilft bei der Ausstattung von Schulen, bei der Ausbildung und Bezahlung von Lehrkräften, und sie trägt die Kosten der Ausbildung von Schülern und Studenten. Darüber hinaus unterstützt die ISS nach Möglichkeit auch pastorale Aufgaben. Diese Maßnahmen kommen aber indirekt wiederum der Förderung der Bildung zugute, da der Betrieb von Schulen größtenteils in Händen kirchlicher Einrichtungen liegt.

I - 2

Die Hilfsprojekte im Gebiet der Diözese El Obeid (Republik Sudan) liegen in den Nubabergen (Süd-Kordofan/Nordsudan). Sie befinden sich in einem Gebiet, deren Bevölkerung nicht bereit ist, sich dem islamisch-fundamentalistischen Regime in Khartoum unterzuordnen. Seit Jahren kämpfen die Menschen dort für ihre Selbstbestimmung und eine autonome Selbstverwaltung. Die sudanesische Luftwaffe terrorisiert die Zivilbevölkerung mit Bombenangriffen, darunter Splitter- und Brandbomben und mit dem Auslegen von Landminen. Mit diesen Angriffen soll die Bevölkerung eingeschüchtert und zur Aufgabe gezwungen werden.

Die Fördermaßnahmen werden über die Stiftung Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation (BGRRF) mit Sitz in Nairobi, Kenia, ausgearbeitet und umgesetzt. Die Stiftung war zu diesem Zweck vom emeritierten Bischof der Diözese El Obeid, Bischof Macram Max Gassis, eingerichtet worden.

I - 3

Die ISS/ISP unterstützt sodann Ausbildungsprojekte, die Altbischof Macram im Auftrage der benachbarten Diözese Wau in der südsudanesischen Region Twic State mit Schwerpunkt Turalei und Umgebung durchführt.

I - 4

Die ISS/IPS fördert über die studentische Selbsthilfeorganisation Boma Student's Associaton (BOMSA) individuelle Ausbildungsmaßnahmen von Schülern und Studierenden aus der Region Boma (Südsudan / Provinz Jonglei / Diözese Malakal). Die Stipendiaten besuchen Grund- und Sekundarschulen in Narus (Eastern Equatoria), die von der irischen St. Patrick's Missionsgesellschaft in Narus auf dem Gebiet der Diözese Torit betrieben werden, bzw. sie besuchen Schulen oder Hochschulen in Kenia (Kitale, Eldoret).

I - 5

Sporadisch trägt die ISS/IPS zum Unterhalt des unter der Leitung des Altbischofs der Diözese Torit, Paride Taban, stehenden Friedensdorfes Kuron bei, um mitzuhelfen, den latent auftretenden ethnischen Konflikten pädagogisch entgegenzutreten.

I - 6

Die Projektrealisierung erfolgt in Zusammenarbeit mit bzw. unter Rückgriff auf spezielle Dienste folgender Organisationen:

  • Stiftung Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation (BGRRF) mit Sitz in Nairobi, Kenia
  • Comboni Missionare / Missionsprokura in Ellwangen
  • St. Patrick`s Missionary Society, Kiltegan Fathers, Irland

II Organisationsaufbau und Mitgliederzahl der IPS

II - 1

Das Hilfswerk, das P. Stephan 1998 ins Leben rief und das seit 2004 als eingetragener Verein organisiert ist, hat ihren Sitz am Kloster Himmerod in 54534 Großlittgen/Eifel. Die Organisation wird geleitet vom Vorstand, der nach der vom Registergericht Wittlich am 3.1.2019 eingetragenen Satzungsänderung aus dem Vorsitzenden, 2 Stellvertretern und dem Kassenwart besteht. Der Vorsitzende ist P. Stephan Senge (OCist), Stefan Marx handelt als geschäftsführender Stellvertreter neben Frau Gabriele Haldenwang als weitere Stellvertreterin. Dr. Bernhard Löderbusch versieht das Amt des Kassenwartes. Die Vorstandsmitglieder betätigen sich ehrenamtlich; jeweils 2 von ihnen sind zur gemeinschaftlichen Vertretung berechtigt.

Der Vorstand hat in 2018 drei Sitzungen abgehalten. Zu den Sitzungen wurden nach Bedarf weitere Mitglieder der ISS / IPS beratend hinzugezogen.

II - 2

Die Mitgliederversammlung überwacht das Leitungsorgan (Vorstand); sie wird gebildet aus sämtlichen Vereinsmitgliedern, tritt jährlich mindestens einmal zusammen und hatte Ende 2018 insgesamt 22 Mitglieder. Die Hauptaufgaben der Mitgliederversammlung sind die Berufung des Vorstandes und seine Entlastung auf der Grundlage von Prüfberichten von zwei unabhängigen Kassenprüfern.

Die Geschäftstätigkeit der IPS regelt sich nach ihrer Satzung in der aktuellen Fassung vom 9.6.2018, eingetragen in das Vereinsregister am 3.1.2019. Der volle Wortlaut der Satzung kann im Internet unter "www.initiative-sudan.de/Die Initiative/Wir über uns/Unsere Satzung" eingesehen werden.

III Rechnungslegung

III - 1

Der Vorstand der ISS / ISP hat auch für 2018 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen-/ und Ausgaben- / sowie Vermögensrechnung erstellt. Zwei vom Leitungsgremium unabhängige Kassenprüfer haben den Abschluss ohne Beanstandungen angenommen. Der Mitgliederversammlung im Juli 2019 wird vorgeschlagen, dem Vorstand Entlastung zu erteilen. Der Abschluss wird auf der Homepage der IPS als Anhang zum Jahresbericht veröffentlicht "www.initiative-sudan.de/Ihre Hilfe/Jahresberichte".

Außerdem wird der Abschluss 2018 wie in den Vorjahren dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) im Rahmen des Antrages zur Berechtigung der Fortführung des DZI-Spendensiegels vorgelegt. Dies ist zwischenzeitlich erfolgt und das DZI-Spendensiegel wurde auch für 2019 erteilt.

III - 2

Die ISS / IPS hatte in 2018 Gesamteinnahmen in Höhe von 158.630 Euro, und zwar 132.510 Euro aus regulären Bar- und Einzelspenden, 25.000 Euro aus einer zweckgebundenen Sonderspende sowie einen Überschuss von 670 Euro aus der Durchführung des Sudantages 2018. Die regulären Spenden erreichten 2017 insgesamt 152.848 Euro und sind demnach um rd. 13 % im Verhältnis zum Vorjahr gefallen.

III - 3

Die Ausgaben der ISS / IPS betrugen in 2018 insgesamt rund 157.547 Euro (Vorjahr: 171.164 Euro). Rund 67% der Gesamtausgaben (106.5231 Euro) entfielen auf die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Lehrergehältern und die Beschaffung von Lehrmaterialien sowie in die Bezahlung von Schulgeld bzw. Stipendien. Mit weiteren 9,5 % der Ausgaben wurden auf indirekte Weise die Ausbildungsmaßnahmen durch Unterstützung der pastoralen Arbeit in den Missionsstationen, die u.a. auch den Betrieb von Schulen einschließt, gefördert. Ca. 18 % der Jahresausgaben wurden für humanitäre Notmaßnahmen aufgrund der katastrophalen Versorgungssituation im Südsudan eingesetzt. Für "Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit" wurden 1,8 % der Gesamtausgaben und für "Verwaltungskosten" 2,6 % aufgewendet.

Nach DZI-Kriterien ist der Verwaltungskostenanteil besonders niedrig ("niedrig" = unter 10%). Dieser niedrige Satz folgt aus dem hohen ehrenamtlichen Einsatz der ISS / IPS - Mitarbeiter. Jeder gespendete Euro wurde demnach bis auf wenige Cents für Bildungs- und humanitäre Ausgaben verwendet.

III - 4

Am Jahresende verzeichnete die ISS / IPS einen Einnahmen-Überschuss in Höhe von 38.809 Euro. Von dem Überschuss wurden 10.000 Euro als Vorsichtsmaßnahme in eine freiwillige Rücklage eingebracht.

IV Bericht über die Projekte und die Projektbegleitung

IV - 1

Die Fördermaßnahmen der IPS unterteilen sich in folgende 4 Projektbereiche:

  • Förderung von Ausbildungsmaßnahmen
  • Förderung der pastoralen Arbeit
  • Förderung friedenspädagogischer Maßnahmen
  • Förderung sozialer Maßnahmen

IV - 2

Die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen in den Nubabergen/Südkordofan (Sudan), im Twic County (Südsudan) sowie in Narus (Südsudan) stehen im Zentrum der Fördertätigkeit der ISS / IPS. Dies drückt sich in der Struktur der Ausgaben der ISS / IPS aus: Von 157.547 Euro Gesamtausgaben sind in 2018 insgesamt 106.521 Euro in Ausbildungsprojekte geflossen, also rd. 67 %, wie oben festgestellt wurde.

IV - 2.1

Der größte Teil dieser Ausbildungsförderung floss in Projekte, die in der Diözese El Obeid und Wau durchgeführt und von der Stiftung Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation in Nairobi betreut werden. Die Hilfe wurde für den Betrieb und die Ausstattung von Schulen im Sudan und Südsudan verwendet.

Die Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation (BGRRF) betreibt im Auftrag der Diözesen El Obeid (Sudan) und Wau (Südsudan) von Nairobi aus 12 Schulen (10 Grund- und 2 Sekun-darschulen) sowie ein Lehrerausbildungszentrum.

6 Förderschulen mit ca. 1650 Schülern liegen im südsudanesichen Twic County (Region Tu-ralei) und in Agok, Region Abyei, und 6 Schulen mit mehr als 1500 Schülern befinden sich in den Nuba-Bergen, Südkordofan (Sudan).

Das Lehrerausbildungszentrum mit etwa 30 Studierenden befindet sich in Kauda / Nubaberge.

Die ISS / IPS hat in 2018 mit 53.000 Euro maßgeblich zur Bestreitung der Lehrergehälter und zur Beschaffung von Lehrmaterialien dieser Institutionen beigetragen. Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Bildungseinrichtungen einen sehr guten Ruf. Sie verfügen über eine Nachfrage, die sie nur teilweise bewältigen können.

Leider wird der Schulbetrieb in den Nubabergen seit 2011 durch Angriffe aus der Luft und zu Land durch die Regierungstruppen des Sudan erheblich belastet. Seit 2 Jahren gab es zwar keine Bombenabwürfe mehr, aber einen Garantie dafür, dass der Terror nicht wiederkehrt, gibt es nicht. Die Bevölkerung der Nubaberge kämpft um Selbstbestimmung und gegen das islamisch-fundamentalistische Regime in Khartoum und führt dazu mit ihrer Befreiungsbewegung Nord (SPLA-N) einen Bürgerkrieg gegen den Nord-Sudan.

Zwischen der Befreiungsbewegung und den Regierungstruppen des Sudan tobt seit 8 Jahren ein blutiger Kampf, der für das Volk der Nuba Elend, Tod und Vertreibung brachte. Trotz andauernder Gefahr und Unsicherheit durch den Widerstand gegen das Regime in Khartoum wird der Betrieb der Schulen und des Lehrerausbildungszentrums weitergeführt.

IV - 2.2

Mit fast 50.000 Euro hat die ISS / IPS in 2018 Ausbildungsprojekte mit Bezug zur Region Boma, das im Südosten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, unterstützt. Mit diesem Projekt hat die ISS in 1998 ihre Hilfstätigkeit begonnen. In 2018 wurden Ausbildungsbeihilfen für ca. 50 Schüler und Schülerinnen, die aus Boma stammen und Grund-, und Sekundarschulen in Narus (in der Provinz Eastern Equatoria gelegen) besuchen, gewährt, und es wurden erneut die Lehrergehälter von einer Sekundarschule übernommen.

Die Zusammenarbeit erfolgt hier mit den Kiltegan Fathers der St. Patrick‘s Missionary Society mit Sitz in Irland, die die Missionsstation in Narus und deren Gemeinden und kirchliche Schulen leiten. Ferner wurden die Kosten der Ausbildung von 8 Schülern aus Boma auf kenianischen High Schools (in Kitale, Westkenia) und von 4 Studierenden auf Colleges in Eldoret (Westkenia) übernommen. In diesem Projekt arbeitet die ISS / IPS mit der Selbsthilfeorganisation, Boma Students Association (BOMSA) zusammen.

Die Boma-bezogene Projektarbeit hat sich auch in 2018 wie schon im Vorjahr für die ISS / ISP zu einem besonderen Problem entwickelt. In der Bomaregion kam es immer wieder zu ethnisch bedingten gewaltsamen Auseinandersetzungen, die die gesamte Provinz Jonglei erfassten und mehrfach zur Vertreibung der Bevölkerung geführt hatten. Schüler und Schülerinnen konnten dadurch in den Ferien nicht zu ihren Eltern und mussten in Narus versorgt werden.

Die Versorgung der Internatsschüler gestaltet sich ohnehin immer schwieriger, weil durch Kriegswirren und den wirtschaftlichen Niedergang des Südsudans auch elterliche Unterstützung vielfach ausbleibt und Schüler auch in den Ferienzeiten in Narus zu versorgen sind. Die ISS / ISP hat in dieser Situation spontan ihre Hilfszahlungen für Zuschüsse zum Lebensunterhalt der Schüler aus Boma aufgestockt.

IV - 3

Die ISS / IPS hat sich in 2018 wegen des akuten Bedarfs stärker als in früheren Jahren auch an sozialen Maßnahmen beteiligt.

IV - 3.1

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nubabergen mit all ihren Belastungen für die Bevölkerung haben Notlagen geschaffen, für deren Ersthilfe die ISS / IPS 4.000 Euro beisteuerte. Die Kirche und ihre Partner versuchen nach Möglichkeit, mit dringend benötigten Hilfsgütern - wie z.B. Medikamenten, Nahrungsmitteln, Benzin und Ersatzteile - das Leiden der Menschen zu verringern. Die ISS / IPS ist Partner der Nuba Mountains Emergency Response Operation und hat sich bei deren Hilfsaktionen auch in 2018 mit dem Kauf eines Containers beteiligt.

Für Schüler, die wegen der Kriegssituation im Gebiet Boma in der unterrichtsfreien Zeit nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden Sonderkosten der Unterbringung und der Verpflegung an ihren Schulorten, übernommen.

IV - 3.2

Aufgrund ethnischer und politischer Konflikte und anhaltender Dürre befinden sich weite Gebiete des Südsudan im Bürgerkriegs- und Versorgungsnotstand (Hungersnot) mit einer großen Zahl an Flüchtlingen aus den Nubabergen, Sudan als auch Flüchtlingen aus Teilen des Südsudans.

Dank einer erneuten gezielten Großspende von einer bekannten deutschen Unternehmensstiftung konnte die ISS / IPS mit 25.000 Euro zur Linderung der in Not geratenen Menschen beitragen. Die Mittel wurden zweckgebunden für humanitäre Maßnahmen im südsudanesischen Flüchtlingslager Yida an der Grenze zum Nordsudan eingesetzt.

IV - 4

Besuchsreisen zur Projektbegleitung wurden in 2018 nicht durchgeführt.

IV - 5

Aufgrund der Bedeutung der Missionsstationen für die Projektumsetzung und dank der finanziellen Lage hatte der Vorstand entschieden, die pastorale Arbeit in den Gemeinden, in denen Projektschulen unterhalten werden, mit 15.000 Euro zu fördern. Diese Ausgabe kommt der Bildungsförderung indirekt zugute, da die Gemeinden im Rahmen ihrer pastoralen Tätigkeit zugleich auch in die Betreuung der Schulen eingebunden sind.

V Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

V - 1

Die ISS / IPS wirbt für ihre Arbeit durch ihren Internetauftritt und durch ihre SudanInfo, die in der Regel einmal im Jahr erscheint und ausführlich über die Situation im Sudan und im Südsudan sowie über die Arbeit der ISS / IPS berichtet. Die SudanInfo für 2018 wurde als Sonderausgabe zum 20-jährigen Bestehen des Hilfswerkes von P. Stephan herausgegeben.

In 2018 hatte die Internetseite der IPS mehr als 20.000 Besucher. In unregelmäßiger Folge wird auch in dem monatlich erscheinenden Himmeroder Rundbrief auf Probleme in den Nu-babergen und im Südsudan aufmerksam gemacht und um Unterstützung der Arbeit der ISS / IPS gebeten.

Ebenso kommt auf vielen Veranstaltungen im Kloster Himmerod oder an anderen Orten der Einsatz von P. Stephan und der ISS / IPS zur Sprache.

V - 2

In unregelmäßiger Reihenfolge finden Veranstaltungen in Schulen und Gemeinden statt, in denen um die Unterstützung der Menschen und Schulen im Südsudan und in den Nubabergen geworben wird. Bei diesen Veranstaltungen werden Flyer der INITIATIVE verteilt, die auch weitergegeben werden sollen.

Die Gemeinden und Schulen, mit denen in besonderer Weise kooperiert wird, sind:

  • Ev.-lutherische Gemeinde am Markt in Hamburg-Blankenese
  • Kath. Kirchengemeinde St. Johann in Bremen
  • St. Bonifatius-Grundschule in Düsseldorf
  • Diedrich-Uhlhorn-Realschule in Grevenbroich
  • Gymnasium Steglitz in Berlin
  • Christophorusschule in Königswinter
  • Berufsbildende Schule in Gerolstein

V - 3

Am 10.6.2018 hat die ISS / IPS im Kloster Himmerod einen ganztätigen Sudantag abgehalten Diese Veranstaltung diente der Feier des 20-jährigen Bestehens der Initiative von P. Stephan und war zugleich eine gute Gelegenheit, über die aktuelle Lage bzw. Probleme des Südsudan und Sudan zu informieren und für das Anliegen der ISS / IPS zu werben. Der Sudantag versteht sich aber auch als Dank für die Unterstützung der Arbeit seitens der Spender.

gez. Prof. Dr. Roth
(geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der Berichtsperiode)

Jahresbericht 2017

 

Jahresbericht 2017

I Zielsetzung der ISS, Lage der Projekte und Kooperationspartner

I - 1

Die Initiative Sudan / Südsudan / P. Stephan e.V. (ISS) verfolgt das Ziel, nachhaltig Menschen im Sudan und im Südsudan zu helfen, die durch Armut, kriegerische Auseinandersetzungen, Unterdrückung und klimatische Veränderungen leiden müssen. Sie konzentriert ihren Einsatz auf Gebiete der sudanesischen Diözese El Obeid und in den südsudanesischen Diözesen Wau, Malakal und Torit.

Ausgehend von der Tatsache, dass gut ausgebildete Menschen eine entscheidende Voraussetzung für die Besserung der Lebensverhältnisse und die Zukunft eines Landes sind, steht bei der ISS die Förderung der Bildung im Zentrum ihres Bemühens. Sie hilft beim Aufbau und der Ausstattung von Schulen, bei der Ausbildung und Bezahlung von Lehrkräften, und sie trägt die Kosten der Ausbildung von Schülern und Studenten.

Darüber hinaus unterstützt die ISS nach Möglichkeit in geringerem Umfang auch pastorale Aufgaben. Diese Maßnahmen kommen aber indirekt wiederum der Förderung der Bildung zugute, da der Betrieb von Schulen größtenteils in Händen kirchlicher Einrichtungen liegt.

I - 2.1

Die Hilfsprojekte im Gebiet der Diözese El Obeid, Sudan, liegen in den Nubabergen, (Süd-Kordofan). Diese Projekte befinden sich in einem Gebiet, deren Bevölkerung nicht bereit ist, sich dem islamisch - fundamentalistischen Regime in Khartoum unterzuordnen. Seit Jahren kämpfen die Menschen dort für ihre Selbstbestimmung und eine autonome Selbstverwaltung. Die sudanesische Luftwaffe wirft wahllos Splitterbomben auf die Zivilbevölkerung ab und man vermutet, dass sogar Brandbomben eingesetzt wurden, um die Bevölkerung zu terrorisieren und zur Aufgabe zu zwingen.

Die Fördermaßnahmen werden über die vom emeritierten Bischof der Diözese El Obeid, Bischof Macram Max Gassis und seiner Stiftung Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation (BGRRF) mit Sitz in Nairobi, Kenia, ausgearbeitet und umgesetzt.

I - 2.2

Die ISS unterstützt sodann Ausbildungsprojekte, die Altbischof Macram im Auftrage der benachbarten Diözese Wau in der südsudanesischen Region Twic State mit Schwerpunkt Turalei und Umgebung durchführt.

I - 2.3

Die ISS fördert über die studentische Selbsthilfeorganisation Boma Student`s Associaton (BOMSA) individuelle Ausbildungsmaßnahmen von Schülern und Studierenden aus der Region Boma (Südsudan / Provinz Jonglei / Diözese Malakal). Die Stipendiaten besuchen Grund- und Sekundarschulen in Narus (Eastern Equatoria), die von der irischen St. Patrick´s Missionsgesellschaft in Narus auf dem Gebiet der Diözese Torit betrieben werden, bzw. sie besuchen Schulen oder Hochschulen in Kenia (Kitale, Eldoret).

I - 2.4

Sporadisch trägt die ISS zum Unterhalt des unter der Leitung des Altbischofs der Diözese Torit, Paride Taban, stehenden Friedensdorfes Kuron bei, um mitzuhelfen, den latent auftretenden ethnischen Konflikten pädagogisch entgegenzutreten.

I - 3

Die Projektrealisierung erfolgt in Zusammenarbeit mit bzw. unter Rückgriff auf spezielle Dienste folgender Organisationen:

  • Stiftung Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation (BGRRF) mit Sitz in Nairobi, Kenia
  • Comboni Missionare / Missionsprokura in Ellwangen
  • St. Patrick`s Missionary Society, Kiltegan Fathers, Irland
  • Boma Students`Association (BOMSA), südsudanesische Nichtregierungs-/Selbsthilfeorganisation

II Organisationsaufbau und Mitgliederzahl der ISS

II - 1

Das Hilfswerk, das P. Stephan 1998 ins Leben rief und das seit 2004 als eingetragener Verein organisiert ist, hat ihren Sitz am Kloster Himmerod in 54534 Großlittgen/Eifel. Die Organisation wird geleitet vom Vorstand, der aus dem Vorsitzenden, 3 Stellvertretern und dem Kassenwart besteht. Der Vorsitzende ist P. Stephan Senge (OCist), Prof. Dr. Albert Roth handelt als geschäftsführender Stellvertreter. Weitere Stellvertreter sind Frau Gabriele Haldenwang und Frau Christiane Guntermann. Klaus Unbereit versieht das Amt des Kassenwartes. Die Vorstandsmitglieder betätigen sich ehrenamtlich; jeweils 2 von ihnen sind zur gemeinschaftlichen Vertretung berechtigt.

Der Vorstand hat in 2017 drei Sitzungen abgehalten. Zu den Sitzungen wurden nach Bedarf weitere Mitglieder der ISS beratend hinzugezogen.

II - 2

Die Mitgliederversammlung überwacht das Leitungsorgan (Vorstand); sie wird gebildet aus sämtlichen Vereinsmitgliedern, tritt jährlich mindestens einmal zusammen und hatte Ende 2017 17 Mitglieder. Die Hauptaufgaben der Mitgliederversammlung sind die Berufung des Vorstandes und seine Entlastung auf der Grundlage von Prüfberichten von zwei unabhängigen Kassenprüfern.

Die Geschäftstätigkeit der ISS regelt sich nach ihrer Satzung in der aktuellen Fassung vom 30.5.2015. Der volle Wortlaut der Satzung kann im Internet unter www.initiative-sudan.de/Die Initiative/Wir über uns/Unsere Satzung eingesehen werden.

III Rechnungslegung

III - 1

Der Vorstand der ISS hat auch für 2017 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen- und Ausgaben- sowie Vermögensrechnung erstellt. Zwei vom Leitungsgremium unabhängige Kassenprüfer haben den Abschluss ohne Beanstandungen angenommen. Der Mitgliederversammlung im Juni 2018 wird vorgeschlagen, dem Vorstand Entlastung zu erteilen.

Der Abschluss wird auf der Homepage der ISS als Anhang zum Jahresbericht veröffentlicht (www.initiative-sudan.de/Ihre Hilfe/Jahresberichte).

Außerdem wird der 2017-Abschluss wie in den Vorjahren dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) im Rahmen des Antrages zur Berechtigung der Fortführung des DZI-Spendensiegels vorgelegt.

III - 2

Die ISS hatte in 2017 Gesamteinnahmen in Höhe von 178.395 Euro, und zwar 152.848 Euro aus regulären Bar- und Einzelspenden, 25.000 Euro aus einer zweckgebundenen Sonderspende sowie 548 Euro aus dem Verkauf eines Sudankalenders. Die regulären Spenden erreichten 2016 122.900 Euro, sind demnach um mehr als 34 % im Verhältnis zum Vorjahr gestiegen.

III - 3

Die Ausgaben der ISS betrugen in 2017 insgesamt rund 171.164 Euro (Vorjahr: 140.849 Euro, was einer Steigerung um fast 22% entspricht). Rund 71% der Gesamtausgaben (120.323 Euro) entfielen auf die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Lehrergehältern und die Beschaffung von Lehrmaterialien sowie in die Bezahlung von Schulgeld bzw. Stipendien. Mit weiteren 4 % der Ausgaben wurden auf indirekte Weise die Ausbildungsmaßnahmen durch Unterstützung der pastoralen Arbeit in den Missionsstationen, die u.a. auch den Betrieb von Schulen einschließt, gefördert. Ca.16 % der Jahresausgaben wurden für humanitäre Notmaßnahmen aufgrund der katastrophalen Versorgungssituation im Südsudan eingesetzt.

Für „Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit“ wurden 1% der Gesamtausgaben und für „Verwaltungskosten“ 3 % aufgewendet. Nach DZI-Kriterien ist der Verwaltungskostenanteil besonders niedrig („niedrig“ = unter 10%). Dieser niedrige Satz folgt aus dem hohen ehrenamtlichen Einsatz der ISS-Mitarbeiter. Jeder gespendete Euro wurde demnach bis auf wenige Cents für Bildungs- und humanitäre Ausgaben verwendet.

III - 4

Am Jahresende verzeichnete die ISS einen Einnahmen-Überschuss in Höhe von 37.758 Euro. Von dem Überschuss wurden 10.000 Euro als Vorsichtsmaßnahme in eine freiwillige Rücklage eingebracht.

IV Bericht über die Projekte und die Projektbegleitung

IV - 1

Die Fördermaßnahmen der ISS unterteilen sich in folgende 4 Projektbereiche:

  • Förderung von Ausbildungsmaßnahmen
  • Förderung der pastoralen Arbeit
  • Förderung friedenspädagogischer Maßnahmen
  • Förderung sozialer Maßnahmen

IV - 2

Die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen in den Nubabergen/Südkordofan (Sudan), im Twic County (Südsudan) sowie in Narus (Südsudan) stehen im Zentrum der Fördertätigkeit der ISS. Dies drückt sich in der Struktur der Ausgaben der ISS aus: Von 171.164 Euro Gesamtausgaben sind in 2017 120.323 Euro in Ausbildungsprojekte geflossen, also rd. 71 %, wie oben festgestellt wurde.

IV - 2.1

Der größte Teil dieser Ausbildungsförderung floss in Projekte, die in der Diözese El Obeid und Wau durchgeführt und von der Stiftung Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation in Nairobi betreut werden. Die Hilfe wurde für den Betrieb und die Ausstattung von Schulen im Sudan und Südsudan verwendet.

Die Bishop Gassis Relief & Rescue Foundation (BGRRF) betreibt im Auftrag der Diözesen El Obeid (Sudan) und Wau (Südsudan) von Nairobi aus 12 Schulen (10 Grund- und 2 Sekundarschulen) sowie ein Lehrerausbildungszentrum.

6 Förderschulen mit ca. 1650 Schülern liegen im südsudanesichen Twic County (Region Turalei) und in Agok, Region Abyei, und 6 Schulen mit mehr als 1500 Schülern befinden sich in den Nuba-Bergen, Südkordofan (Sudan).

Das Lehrerausbildungszentrum mit etwa 30 Studierenden befindet sich in Kauda / Nubaberge. Die ISS hat in 2017 mit 75.000 Euro maßgeblich zur Bestreitung der Lehrergehälter und zur Beschaffung von Lehrmaterialien dieser Institutionen beigetragen. Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Bildungseinrichtungen einen sehr guten Ruf. Sie verfügen über eine Nachfrage, die sie nur teilweise bewältigen können.

Leider wird der Schulbetrieb in den Nubabergen seit 2011 durch ständige Angriffe aus der Luft und zu Land durch die Regierungstruppen des Sudan erheblich belastet. Die Bevölkerung der Nubaberge kämpft um Selbstbestimmung und gegen das islamisch-fundamentalistische Regime in Khartoum und führt dazu mit ihrer Befreiungsbewegung Nord (SPLA-N) einen Bürgerkrieg gegen den Nord-Sudan. Zwischen der Befreiungsbewegung und den Regierungstruppen des Sudan tobt seit 7 Jahren ein blutiger Kampf, der für das Volk der Nuba Elend, Tod und Vertreibung brachte und zeitweise lokal je nach Kriegsstand auch zur Einstellung des Schulbetriebes zwang.

Trotz großer Schwierigkeiten gelang es, die zeitweise geflohene Lehrerschaft zurückzuholen und den Betrieb der Schulen und des Lehrerausbildungs zentrums wieder aufzunehmen.

IV - 2.2

Mit fast 42.000 Euro hat die ISS in 2017 Ausbildungsprojekte mit Bezug zur Region Boma, das im Südosten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, unterstützt. Mit diesem Projekt hat die ISS in 1998 ihre Hilfstätigkeit begonnen. In 2017 wurden Ausbildungsbeihilfen für ca. 50 Schüler und Schülerinnen, die aus Boma stammen und Grund-, und Sekundarschulen in Narus (in der Provinz Eastern Equatoria gelegen) besuchen, gewährt, und es wurden erstmalig die Lehrergehälter von einer Sekundarschule übernommen.

Die Zusammenarbeit erfolgt hier mit den Kiltegan Fathers der St. Patrick‘s Missionary Society mit Sitz in Irland, die die Missionsstation in Narus und deren Gemeinden und kirchliche Schulen leiten. Ferner wurden die Kosten der Ausbildung von 8 Schülern aus Boma auf kenianischen Highschools (in Kitale, Westkenia) und von 3 Studierenden auf Colleges in Eldoret (Westkenia) übernommen. In diesem Projekt arbeitet die ISS mit der Selbsthilfeorganisation, Boma Students Association (BOMSA) zusammen.

Die Boma-bezogene Projektarbeit hat sich in 2017 wie schon im Vorjahr für die ISS zu einem besonderen Problem entwickelt. Zum einen besteht latent die Gefahr, dass es in der Bomaregion immer wieder zu ethnisch bedingten gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, die mittlerweile die gesamte Provinz Jonglei ergriffen haben und mehrfach zur Vertreibung der Bevölkerung geführt hatten. Schüler und Schülerinnen konnten dadurch in den Ferien nicht zu ihren Eltern und mussten in Narus versorgt werden.

Die Versorgung der Internatsschüler gestaltet sich ohnehin immer schwieriger, weil durch Kriegswirren und den wirtschaftlichen Niedergang auch elterliche Unterstützung vielfach ausbleibt und Schüler auch in den Ferienzeiten in Narus zu versorgen sind. Die ISS hat in dieser Situation spontan ihre Hilfszahlungen für Zuschüsse zum Lebensunterhalt der Schüler aus Boma aufgestockt.

IV - 2.3

Mit knapp 2.000 Euro wurde das Friedensprojekt von Altbischof Parade Taban in Kuron (Südsudan) unterstützt. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, durch spezielle pädagogische Maßnahmen zum Abbau der ethnischen Konflikte beizutragen.

IV - 3.1

Die ISS hat sich in 2017 wegen des akuten Bedarfs stärker als früher auch an sozialen Maßnahmen beteiligt.

IV - 3.1.1

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nubabergen mit all ihren Belastungen für die Bevölkerung haben Notlagen geschaffen, für deren Ersthilfe die ISS 2.000 Euro beisteuerte. Die Kirche und ihre Partner versuchen nach Möglichkeit, mit dringend benötigten Hilfsgütern - wie z.B. Medikamenten, Nahrungsmitteln, Benzin und Ersatzteile - das Leiden der Menschen zu verringern. Die ISS ist Partner der Nuba Mountains Emergency Response Operation und hat sich bei deren Hilfsaktionen auch in 2017 mit dem Kauf eines Containers beteiligt.

Für Schüler, die wegen der Kriegssituation im Gebiet Boma in der unterrichtsfreien Zeit nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden Sonderkosten der Unterbringung und der Verpflegung an ihren Schulorten, übernommen.

IV - 3.1.2

Aufgrund ethnischer und politischer Konflikte und anhaltender Dürre befinden sich weite Gebiete des Südsudan im Bürgerkriegs- und Versorgungsnotstand (Hungersnot) mit einer großen Zahl an Binnenflüchtlingen. Dank einer gezielten Großspende der Kurt & Maria Dohle Stiftung mit Sitz in Siegburg konnte die ISS zur Linderung der Not davon betroffener Menschen mit fast 28.000 Euro beitragen: 10.000 Euro erhielt die Missionsstation der Comboni-Missionare in der Hauptstadt Juba zur Versorgung eines Flüchtlingslagers.

Weitere 10.000 Euro wurden den Schwestern der Mutter Theresa für ihren humanitären Einsatz für Flüchtlinge im Gebiet Turalei zur Verfügung gestellt. 5.000 Euro wurden für zusätzliche Schulspeisung im Schulzentrum von Narus eingesetzt.

IV - 4

Projektbegleitende Maßnahmen fanden in folgender Art statt: 2 Mitglieder des Vorstandes der ISS reisten zur Missionsstation der St. Patrick`s Society in Narus, um sich dort über die Projektsituation zu informieren. Erstmalig wurden auch Schüler und Studenten aus Boma aufgesucht, die auf Highschools und Hochschulen in Kenia (Kitale und Eldoret) ihre Ausbildung absolvieren. Eine vorgesehene Besuchsreise in die Nubaberge musste wegen ungünstiger und gefährlicher Bedingungen unterlassen werden.

IV - 5

Die finanzielle Situation in 2017 erlaubte es, in diesem Jahr auch wieder die pastorale Arbeit in den Gemeinden, in denen Projektschulen unterhalten werden, mit 7.500 Euro zu fördern. Diese Ausgabe kommt der Bildungsförderung indirekt zugute, da die Gemeinden im Rahmen ihrer pastoralen Tätigkeit zugleich auch in die Betreuung der Schulen eingebunden sind.

V Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

V - 1

Die ISS wirbt für ihre Arbeit durch ihren Internetauftritt und durch ihre SUDANINFO, die in der Regel einmal im Jahr erscheint und ausführlich über die Situation im Sudan und im Südsudan sowie über die Arbeit der ISS berichtet. Die SudanInfo für 2017 wurde mit der für 2016 zu einer Doppelausgabe zusammengefasst.

In 2017 hatte die Internetseite der ISS mehr als 20.000 Besucher. In unregelmäßiger Folge wird auch in dem monatlich erscheinenden Himmeroder Rundbrief auf Probleme in den Nubabergen und im Südsudan aufmerksam gemacht und um Unterstützung der Arbeit der ISS gebeten.

Ebenso kommt auf vielen Veranstaltungen im Kloster Himmerod oder an anderen Orten der Einsatz von P. Stephan und der ISS zur Sprache.

V - 2

In unregelmäßiger Reihenfolge finden Veranstaltungen in Schulen und Gemeinden statt, in denen um die Unterstützung der Menschen und Schulen im Südsudan und in den Nubabergen geworben wird. Bei diesen Veranstaltungen werden Flyer der INITIATIVE verteilt, die auch weitergegeben werden sollen.

Die Gemeinden und Schulen, mit denen in besonderer Weise kooperiert wird, sind:

  • Ev.-lutherische Gemeinde am Markt in Hamburg-Blankenese
  • Kath. Kirchengemeinde St. Johann in Bremen
  • St. Bonifatius-Grundschule in Düsseldorf
  • Diedrich-Uhlhorn-Realschule in Grevenbroich
  • Gymnasium Steglitz in Berlin
  • Christophorusschule in Königswinter
  • Berufsbildende Schule in Gerolstein

V - 3

Die ISS hält alle 2 Jahre im Kloster Himmerod einen ganztätigen Sudantag ab. Am 10.6.2018 findet der nächste Sudantag statt. Die Veranstaltung will einerseits über die aktuelle Lage bzw. Probleme des Südsudan und Sudan informieren und andererseits für das Anliegen der ISS werben. Sie versteht sich aber auch als Dank an die Spender für die Unterstützung der Arbeit der ISS.

Der Vorstand / 4.5.2018:

  • P. Stephan Senge (OCist), Vorsitzender des Voestands
  • Prof. Dr. Albert Roth, geschäftsführender stellv. Vorstand
  • Gabriele Haldenwang, stellv. Vorstand
  • Christiane Guntermann, stellv. Vorstand
  • Klaus Unbereit, Kassenwart
Jahresbericht 2016

 

Auszug aus dem Geschäftsbericht der ISS für 2016

I. Jahresabschluss

1.1

Der Vorstand der ISS hat auch für 2016 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen-Ausgaben- sowie einer Vermögensrechnung erstellt. Zwei vom Leitungsgremium unabhängige Kassenprüfer haben den Abschluss ohne Beanstandungen angenommen. Die Mitgliederversammlung hat den Abschluss im Oktober 2016 angenommen und den Vorstand entlastet. Der Abschluss ist auf der Homepage der ISS als Anhang zum Jahresbericht veröffentlicht (www.initiative-sudan.de/Ihre Hilfe/Jahresberichte).

Außerdem wurde der Abschluss von 2016 wie in den Vorjahren dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) im Rahmen des Antrages zur Berechtigung der Fortführung des DZI-Spendensiegels vorgelegt.

1.2

Die ISS hatte in 2016 Gesamteinnahmen in Höhe von 124.998 Euro, und zwar 122.900 Euro aus regulären Bar- und Einzelspenden, 2.017 Euro Erlös vom Sudantag 2016 sowie 1 Euro aus Zinseinnahmen. Die regulären Spenden erreichten im Vorjahr den Stand von 113.797 Euro; sie sind im Berichtszeitraum um rd. 8 % im Verhältnis zum Vorjahr gestiegen.

1.3

Die Ausgaben der ISS betrugen in 2016 insgesamt rund 140.849 Euro (Vorjahr: 131.983 Euro). 84 % der Gesamtausgaben flossen in die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Lehrergehältern und die Beschaffung von Lehrmaterialien sowie in die Bezahlung von Schulgeld bzw. Stipendien. Für "Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit" wurden 2,8 % und für "Verwaltungskosten" 3,1 % der Gesamtausgaben aufgewendet.

Nach DZI-Kriterien ist der Verwaltungskostenanteil besonders niedrig („niedrig“ = unter 10%). Dieser niedrige Satz folgt aus dem hohen ehrenamtlichen Einsatz der ISS-Mitarbeiter. Jeder gespendete Euro wird demnach bis auf wenige Cents für die Förderprojekte verwendet.

1.4

Am Jahresende verzeichnete die ISS einen Überschuss in Höhe von 31.756 Euro. Von dem Überschuss wurden 10.000 Euro als Vorsichtsmaßnahme in eine freiwillige Rücklage eingebracht.

II. Bericht über die Projekte

2.1

Die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen in den Nubabergen, Südkordofan (Sudan), im Twic County (Südsudan) sowie in Narus (Südsudan) stehen im Zentrum der Fördertätigkeit der ISS. Dies drückt sich in der Struktur der Ausgaben der ISS aus: Von 140.849 Euro Gesamtausgaben sind in 2016 118.474 Euro in Ausbildungsprojekte geflossen, also rund 84 %.

Der größte Teil dieser Ausbildungsförderung floss in Projekte, die in der Diözese El Obeid und Wau durchgeführt und von der Administration in Nairobi betreut werden. Die Hilfe wurde für den Betrieb und die Ausstattung von Schulen im Sudan und Südsudan verwendet.

Die Diözese El Obeid betreibt von Nairobi aus 11 Schulen (9 Grund- und 2 Sekundarschulen) sowie ein Lehrerausbildungszentrum.

Fünf Schulen mit ca. 1650 Schülern werden von der Diözese El Obeid im Auftrage der Diözese Wau im südsudanesichen Twic County (Region Turalei) unterhalten und sechs Schulen mit ca. 1500 Schülern in den Nuba-Bergen, Südkordofan (Sudan), die nahe an der Grenze zum Süden im Bereich des Nord-Sudan liegen.

Das Lehrerausbildungszentrum mit etwa 30 Studierenden befindet sich in Kauda in den Nubabergen. Die ISS hat in 2016 mit rd. 83.000 Euro maßgeblich zur Bestreitung der Lehrergehälter und zur Beschaffung von Lehrmaterialien dieser Institutionen beigetragen. Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Bildungseinrichtungen einen sehr guten Ruf. Sie verfügen über eine Nachfrage, die sie nur teilweise bewältigen können.

Leider wird der Schulbetrieb in den Nubabergen seit der Unabhängigkeit des Südens durch ständige Angriffe aus der Luft und zu Land durch die Regierungstruppen des Sudan erheblich belastet. Die nichtarabische Bevölkerung der Nubaberge kämpft um Selbstbestimmung und gegen das islamisch-fundamentalistische Regime in Khartoum und führt dazu mit ihrer Befreiungsbewegung Nord (SPLA-N) einen Bürgerkrieg gegen den Nord-Sudan.

Zwischen der Befreiungsbewegung und den Regierungstruppen des Sudan tobt seit der Unabhängigkeit des Südens ein blutiger Kampf, der für die Nubabevölkerung Elend, Tod und Vertreibung brachte und zeitweise bzw. lokal je nach Kriegsstand auch zur Einstellung des Schulbetriebes zwang. Trotz großer Schwierigkeiten gelang es, die geflohene Lehrerschaft zurückzuholen und den Betrieb der Schulen und des Lehrerausbildungszentrums wieder aufzunehmen.

2.2

Mit rund 35.473 Euro hat die ISS in 2016 Ausbildungsprojekte mit Bezug zur Region Boma, das im Südosten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, unterstützt. Mit diesem Projekt hat die ISS in 1998 ihre Hilfstätigkeit begonnen. In 2016 wurden Ausbildungsbeihilfen für ca. 50 Schüler und Schülerinnen, die aus Boma stammen und weiterführende Grund-, und Sekundarschulen in Narus (in der Provinz Eastern Equatoria gelegen) besuchen, gewährt.

Die Zusammenarbeit erfolgt hier mit den Kildigan Fathers aus Irland, die die Missionssation in Narus und deren Gemeinden und kirchliche Schulen leiten. Ferner wurden die Kosten der Ausbildung von 8 Schülern aus Boma auf kenianischen High Schools (in Kitale, Westkenia) und von 3 Studierenden auf Colleges in Eldoret (Westkenia) übernommen. In diesem Projekt arbeitet die ISS mit der lokalen Selbsthilfeorganisation Boma Students Association (BSA) zusammen.

Die Boma-bezogene Projektarbeit hat sich in 2016 wie schon im Vorjahr für die ISS zu einem besonderen Problem entwickelt. Zum einen besteht latent die Gefahr, dass es in der Bomaregion immer wieder zu ethnisch bedingten gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, die mittlerweile die gesamte Provinz Jonglei ergriffen haben und mehrfach zur Vertreibung der Bevölkerung geführt hatten.

Schüler und Schülerinnen konnten dadurch in den Ferien nicht zu ihren Eltern und mussten in Narus versorgt werden. Die Versorgung der Internatsschüler gestaltet sich ohnehin immer schwieriger, weil durch Kriegswirren und den wirtschaftlichen Niedergang auch elterliche Unterstützung vielfach ausbleibt und Schüler auch in den Ferienzeiten in Narus zu versorgen sind. Die ISS hat in dieser Situation spontan ihre Hilfszahlungen für Zuschüsse zum Lebensunterhalt der Schüler aus Boma aufgestockt.

Prof. Dr. Albert Roth, Vorsitzender des Vorstands

Jahresbericht 2015

 

Auszug aus dem Geschäftsbericht der ISS für 2015 einschließlich Rechnungslegung

I. Jahresabschluss

1.1

Der Vorstand der ISS hat auch für 2015 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen-Ausgaben- sowie einer Vermögensrechnung erstellt. Zwei vom Leitungsgremium unabhängige Kassenprüfer haben den Abschluss ohne Beanstandungen angenommen. Die Mitgliederversammlung hat den Abschluss am 18.6.2016 angenommen und den Vorstand entlastet. Der Abschluss ist auf der Homepage der ISS als Anhang zum Jahresbericht veröffentlicht (www.initiative-sudan.de/Ihre Hilfe/Jahresberichte).

Außerdem wurde der Abschluss von 2015 wie in den Vorjahren dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vorgelegt und zwar im Rahmen des Antrages zur Berechtigung der Fortführung des DZI-Spendensiegels.

1.2

Die ISS hatte in 2015 Gesamteinnahmen in Höhe von 113.818 Euro, und zwar 113.797 Euro aus regulären Bar- und Einzelspenden und rund 22 Euro aus Zinseinnahmen. Die regulären Spenden erreichten im Vorjahr den Stand von 134.838 Euro. Sie sind im Berichtszeitraum um rund 15 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr gefallen.

1.3

Die Ausgaben der ISS betrugen in 2015 insgesamt rund 131.983 Euro (Vorjahr: 129.000 Euro). 90 Prozent der Gesamtausgaben flossen in die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Lehrergehältern und die Beschaffung von Lehrmaterialien sowie in die Bezahlung von Schulgeld bzw. Stipendien. Für „Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit“ wurden 1,5 Prozent und für Verwaltungskosten“ 1,3 Prozent der Gesamtausgaben aufgewendet.

Nach DZI-Kriterien ist der Verwaltungskostenanteil besonders niedrig („niedrig“ = unter 10Prozent). Dieser geringe Satz folgt aus dem hohen ehrenamtlichen Einsatz der ISS-Mitarbeiter. Jeder gespendete Euro wird demnach bis auf wenige Cents für die Förderprojekte verwendet.

1.4

Am Jahresende verzeichnete die ISS einen relativ hohen Überschuss im Betrag von 47.607 Euro. Dies erklärt sich einerseits durch eine größere Erbschaft in 2014, die nicht voll zur erweiterten Projektförderung verwendet werden konnte und andererseits aus der Tatsache, dass einige größere Auszahlungen nicht mehr bis zum Jahresende, sondern erst Anfang 2016 vorgenommen werden konnten.

10.000 Euro aus dem Überschuss wurden als Vorsichtsmaßnahme in eine freiwillige Rücklage eingebracht. Der verbleibende Überschuss ermöglicht es, die Projektförderung auch in 2016 nochmals auszudehnen.

II. Bericht über die Projekte

2.1

Die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen in den Nuba-Bergen, Südkordofan (Sudan) und in Twic County (Südsudan) steht im Zentrum der Fördertätigkeit der ISS. Dies drückt sich in der Struktur der Ausgaben der ISS aus: Von 131.983 Euro Gesamtausgaben sind in 2015 119.261 Euro in Ausbildungsprojekte geflossen, also rund 90 Prozent.

2.1.1

Den größten Teil dieser Ausbildungsförderung erhielt die Diözese El Obeid in Nairobi für den Betrieb und die Ausstattung ihrer Schulen im Sudan und Südsudan. Die Diözese unterhält von Nairobi aus 11 Schulen (9 Grund- und 2 Sekundarschulen) sowie ein Lehrerausbildungszentrum.

Fünf Schulen mit ungefähr 1650 Schülern werden im Auftrage der Diözese Wau in Twic County (Region Turalei), Südsudan, unterhalten und 6 Schulen mit ca. 1500 Schülern in den Nuba-Bergen, Südkordofan (Sudan), die nahe an der Grenze zum Süden im Bereich des Nord-Sudan liegen.

Das Lehrerausbildungszentrum mit etwa 30 Studierenden befindet sich in Kauda in den Nuba-Bergen. Die ISS hat in 2015 mit rund 84.701 Euro maßgeblich dazu beigetragen, Lehrergehälter zu bezahlen und Lehrmaterialien für diese Institutionen zu beschaffen. Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Bildungseinrichtungen einen sehr guten Ruf. Die entsprechend große Nachfrage, können die Schulen aber nur teilweise bewältigen.

Leider wird der Schulbetrieb in den Nuba-Bergen seit der Unabhängigkeit des Südens erheblich belastet, weil Regierungstruppen des Sudans ständig Angriffe aus der Luft und zu Land starten. Die nicht-arabische Bevölkerung der Nuba-Berge kämpft um Selbstbestimmung und gegen das islamisch-fundamentalistische Regime in Khartoum und führt dazu mit ihrer Befreiungsbewegung Nord (SPLA-N) einen Bürgerkrieg gegen den Nord-Sudan.

Dieser blutige Kampf brachte und bringt der Nuba-Bevölkerung noch immer Elend, Tod und Vertreibung. Zeitweise bzw. örtlich je nach Kriegsstand zwang dieser Krieg auch zur Einstellung des Schulbetriebes. Trotz großer Schwierigkeiten gelang es, die geflohene Lehrerschaft zurückzuholen und den Betrieb der Schulen und des Lehrerausbildungszentrums wieder aufzunehmen.

2.1.2

Mit rund 32.595 Euro hat die ISS in 2015 Ausbildungsprojekte mit Bezug zur Region Boma, die im Südosten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, unterstützt. Es wurden Ausbildungsbeihilfen für ca. 50 Schüler und Schülerinnen gewährt, die aus Boma stammen und weiterführende Grund-, und Sekundarschulen in Narus (in der Provinz Eastern Equatoria gelegen) besuchen. Ferner wurden die Kosten der Ausbildung von 8 Schülern aus Boma auf kenianischen High Schools (in Kitale, Westkenia) ebenso übernommen wie die von drei Studierenden auf Colleges in Eldoret (Westkenia).

2.1.3

Vom 22.2. bis 19.3.2015 bereiste Pater Stephan in Begleitung unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Gabriele Haldenwang die südsudanesischen Projektstellen in Narus und Turalei. Im Anschluss besuchte Pater Stephan allein die Projekte in den Nuba-Bergen im Sudan.

Um sich ein Bild über vom Projektstandort Narus zu verschaffen, an dem aus Boma stammende Schüler und Schülerinnen unterrichtet werden, und persönlich mit Lehrern und Schülern zu sprechen, wurde zum ersten Mal diese Bildungseinrichtung in das Reiseprogramm aufgenommen. Zwei Grund-, eine Sekundarschule und die dazugehörigen Schülerwohnheime wurden von der Diözese Torit gebaut und stehen unter der Leitung von MISSionaren der irischen St. Patrick Missionary Society und von ugandischen Missionsschwestern des Ordens „Mary, Mother of the Church“.

Des Weiteren gibt es eine örtliche staatliche Sekundarschule, die eng mit den Missionsschulen zusammenarbeitet. Die 54 von uns geförderten Schüler aus Boma besuchen diese Schulen und sind wegen der großen Entfernung zu ihrem Heimatort in dazugehörigen Schülerwohnheimen untergebracht.

2.2

Der Rückgang der Spenden veranlasste den Vorstand, zur liquiditätsmäßigen Sicherung vordringlicher Maßnahmen die Unterstützung des Projekts Förderung der pastoralen Arbeit der Diözese El Obeid sowie des friedenspädagogischen Projekts von Bischof em. Paride Taban in Kuron auszusetzen.

2.3

Die ISS hat sich auch in 2015 an sozialen Maßnahmen beteiligt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nuba-Bergen mit all ihren Belastungen für die Bevölkerung haben Notlagen geschaffen, für deren Ersthilfe die ISS in 2015 rund 1.785 Euro beisteuerte. Die Kirche und ihre Partner versuchen nach Möglichkeit das Leiden der Menschen zu verringern: etwa mit dringend notwendigen Lieferungen wie lebensrettenden Medikamente, Nahrungsmitteln, Benzin und Ersatzteilen. Die ISS ist Partner der Nuba Mountains Emergency Response Operation und hat sich bei deren Hilfsaktionen auch in 2015 mit dem Kauf eines Containers beteiligt.

Für Schüler, die wegen der Kriegssituation im Gebiet Boma in der unterrichtsfreien Zeit nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden Sonderkosten für die Unterbringung und Verpflegung an ihren Schulorten übernommen.

Prof. Dr. Albert Roth, Vorsitzender des Vorstands

Jahresbericht 2014

1. Zielsetzung der Initiative Sudan / Südsudan / P. Stephan e.V. (ISS) und ihrer Kooperationspartner

1.1

Die ISS verfolgt das Ziel, den durch Bürgerkrieg, Unterdrückung und Armut leidenden Menschen im mittleren und südlichen Sudan nachhaltige Hilfe und Beistand zu gewähren. Sie konzentriert ihren Einsatz auf die sudanesischen Diözesen El Obeid, Malakal und Torit.

Ausgehend von der Tatsache, dass gut ausgebildete Menschen eine entscheidende Voraussetzung für die Besserung der Lebensverhältnisse und die Zukunft eines Landes sind, steht bei der ISS die Förderung der Bildung im Zentrum ihres Bemühens. Sie hilft beim Aufbau und der Ausstattung von Schulen, bei der Ausbildung und Bezahlung von von Lehrkräften, und sie trägt die trägt die Kosten der Ausbildung von Schülern und Studenten. Darüber hinaus unterstützt die ISS nach Möglichkeit in geringerem Umfang auch pastorale Aufgaben. Diese Maßnahmen kommen aber indirekt wiederum der Förderung der Bildung zugute, da der Betrieb von Schulen größtenteils in Händen der Kirche liegt.

1.2

Die Projektrealisierung erfolgt - soweit möglich - in Kooperation und unter Mithilfe der Verwaltung der Diözesen. Wo dies nicht möglich ist, werden die Hilfsmaßnahmen in direktem Kontakt mit den geförderten Schulen und Schülern bzw. Studierenden durchgeführt.

Die Hilfsprojekte in der Diözese El Obeid werden zum einen in der Region der Nubaberge, die zum Staatsgebiet der Republik Sudan gehört, verwirklicht. Da diese Projektstellen sich jedoch in einem Gebiet befinden, deren Bevölkerung nicht bereit ist, sich dem fundamentalistischen Regime in Khartoum unterzuordnen und die für ihre Unabhängigkeit militärisch kämpft, können diese Fördermaßnahmen wegen der Bürgerkriegssituation nur über die hierfür vom Bischof der Diözese El Obeid eingerichtete Verwaltungsstelle in Nairobi (Kenia) betreut werden. Die ISS unterstützt auch Ausbildungsprojekte, die die Nairobi-Administration der El Obeid-Diözese im Auftrage der benachbarten Diözese Wau in der südsudanesischen Region Twic County mit Turalei und Umgebung durchführt.

In der Diözese Malakal fördert die ISS individuelle Ausbildungsmaßnahmen in direktem Kontakt mit Schulen und Eltern. Von diesen Hilfen profitieren Schüler und Studierende aus der Region Boma (Südsudan/ Provinz Jonglei).

Sporadisch trägt die ISS zum Unterhalt des Friedensdorfes Kuron in der Diözese Torit bei, um mitzuhelfen, den latent auftretenden ethnischen Konflikten pädagogisch entgegenzutreten.

2. Organisatorisches und Mitgliederzahl

2.1

Die ISS, die ihren Sitz am Kloster Himmerod in 54534 Großlittgen/Eifel hat, wird geleitet vom Vorstand, der aus dem Vorsitzenden, drei Stellvertretern und dem Kassenwart besteht. Der Vorsitzende ist P. Stephan, Prof. Dr. Roth ist sein 1. Stellvertreter, weitere Stellvertreter sind Frau Hannelore Bangert-Nellessen und Herr Klaus Unbereit. Frau Christiane Guntermann betreut die Kasse. Der 1. Stellvertreter ist Sprecher und Koordinator des Vorstandes. Die Vorstandsmitglieder sind ehrenamtlich tätig; jeweils zwei von ihnen sind zur gemeinschaftlichen Vertretung berechtigt.

2.2

Der Vorstand der ISS hat in 2014 vier Sitzungen abgehalten. Zu den Sitzungen wurden nach Bedarf weitere Mitglieder der ISS hinzugezogen.

2.3

Die ISS hat Ende 2014 18 Vereinsmitglieder.

3. Rechnungslegung

3.1

Der Vorstand der ISS hat auch für 2014 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen-/ und Ausgaben- / sowie Vermögensrechnung erstellt. Zwei vom Leitungsgremium unabhängige Kassenprüfer haben den Abschluss ohne Beanstandungen angenommen. Der Mitgliederversammlung im Mai 2015 wird vorschlagen, dem Vorstand Entlastung zu erteilen.

Außerdem wird der 2014-Abschluss wie in den Vorjahren dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vorgelegt.

3.2

Der ISS hatte in 2014 Gesamteinnahmen in Höhe von 176.839 Euro, und zwar 134.838 Euro aus regulären Bar- und Einzelspenden und 39.683 Euro aus einem Nachlass sowie 2.318 Euro aus sonstigen Einnahmen. Die regulären Spenden erreichten im Vorjahr den Stand von 111.378 Euro; sie sind im Berichtszeitraum um beachtliche 21% gestiegen.

3.3

Die Ausgaben der ISS betrugen in 2014 insgesamt rund 128.948 Euro (Vorjahr: 127.750 Euro). Fast 94% der Gesamtausgaben flossen in die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Lehrergehältern und die Beschaffung von Lehrmaterialien sowie in die Bezahlung von Schulgeld bzw. Stipendien. Für "Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit" wurden 1,7% und für die "Verwaltung" 1,5% der Gesamtausgaben aufgewendet. Nach DZI-Kriterien ist der Verwaltungsanteil besonders niedrig ("niedrig" = unter 10%). Dieser niedrige Satz folgt aus dem hohen ehrenamtlichen Einsatz der ISS-Mitarbeiter. Jeder gespendete Euro wird demnach bis auf wenige Cents für die Förderprojekte verwendet.

3.4

Am Jahresende verzeichnete die ISS einen im Zeitvergleich relativ hohen Überschuss im Betrag von 65.792 Euro. Dies erklärt sich einerseits durch den späten Zugang des Nachlasses in 2014 und andererseits aus der Tatsache, dass einige größere Auszahlungen nicht mehr bis zum Jahresende sondern erst Anfang 2015 durchgeführt werden konnten. 10.000 Euro aus dem Überschuss wurden als Vorsichtsmaßnahme in eine freiwillige Rücklage eingebracht. Der verbleibende Überschuss wird bis auf einen liquiditätsmäßig bestimmten Betrag in 2015 den Projekten zugeführt werden.

4. Bericht über die Projekte

4.1

Die Fördermaßnahmen der ISS unterteilen sich in folgende 4 Projektbereiche:

  • Förderung von Ausbildungsmaßnahmen
  • Förderung der pastoralen Arbeit
  • Förderung friedenspädagogischer Maßnahmen
  • Förderung sozialer Maßnahmen

4.2

Die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen in den Nubabergen des (Nord-)Sudan und im Südsudan und steht im Zentrum der Fördertätigkeit der ISS. Dies drückt sich in der Struktur der Ausgaben der ISS aus: Von 128.948 Euro Gesamtausgaben sind in 2014 120.828 Euro in Ausbildungsprojekte geflossen, also fast 94%.

4.2.1: Diözese El Obeid

Den größten Teil dieser Ausbildungsförderung erhielt die Diözese El Obeid über ihre Administrationssstelle in Nairobi für den Betrieb und die Ausstattung ihrer Schulen in den Nubabergen und im Südsudan. Die Diözese unterhält von Nairobi aus elf Schulen (neun Grund- und zwei Sekundarschulen) sowie ein Lehrerausbildungszentrum. Fünf Schulen mit ca. 1.650 Schülern betreibt die Nairobiadministration im Südsudan im Auftrage der Diözese Wau in Twic County (Region Turalei) und sechs Schulen mit ca. 1.500 Schülern in den Nuba-Bergen, die nahe an der Grenze zum Süden im Bereich des Nord-Sudan liegen.

Das Lehrerausbildungszentrum mit etwa 30 Studierenden befindet sich in Kauda/Nubaberge. Die ISS hat mit rd. 112.000 Euro maßgeblich zur Bestreitung der Lehrergehälter und zur Beschaffung von Lehrmaterialien dieser Institutionen beigetragen. Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Institutionen einen sehr guten Ruf. Sie verfügen über eine Nachfrage, die sie nur teilweise bewältigen können.

Leider wird der Schulbetrieb in den Nubabergen seit der Unabhängigkeit des Südens durch ständige Angriffe aus der Luft und zu Land durch die Regierungstruppen des Sudan erheblich belastet. Das Volk der Nubas sucht den Anschluss an den Südsudan und führt dazu mit ihrer Befreiungsbewegung Nord (SPLA-N) einen Bürgerkrieg gegen den Nord-Sudan. Zwischen der Befreiungsbewegung und den Regierungstruppen des Sudan tobt seit der Trennung ein blutiger Kampf, der für die Nubabevölkerung Elend, Tod und Vertreibung brachte und zeitweise bzw. lokal je nach Kriegsstand auch zur Einstellung des Schulbetriebes zwang.

Trotz großer Schwierigkeiten gelang es, die geflohene Lehrerschaft zurückzuholen und den Betrieb der Schulen und des Lehrerausbildungszentrums wieder aufzunehmen.

4.2.2: Boma

Mit rund 6.000 Euro hat die ISS in 2014 Ausbildungsprojekte mit Bezug zur Region Boma, das im Südosten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, unterstützt. Es wurden Ausbildungsbeihilfen für ca. 50 Schüler und Schülerinnen, die aus Boma stammen und weiterführende Grund-, und Sekundarschulen in Narus (in der Provinz Eastern Equatoria gelegen) besuchen, gewährt. Ferner wurden die Kosten der Ausbildung von acht Schülern aus Boma auf kenianischen High Schools (in Kitale, Südkenia)und von zwei Studierenden auf Colleges in Eldoret (Südkenia) übernommen.

Die Boma-bezogene Projektarbeit hat sich in 2014 wie schon im Vorjahr für die ISS zu einem besonderen Problem entwickelt. Zum einen besteht latent die Gefahr, das es in der Bomaregion immer wieder zu ethnisch bedingten gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, die mittlerweile die gesamte Provinz Jonglei ergriffen haben und die 2013 in Boma schon zur Zerstörung des Dorfes und der von der ISS bis dahin geförderten Grundschule in Boma Up sowie zur Vertreibung der Bevölkerung geführt hatten.

Dank der Befriedung zwischen den Stämmen konnte in 2014 zumindest der Wiederaufbau beginnen und die gefohene Bevölkerung wieder zurückkehren. Andererseits haben die ethnischen Streitigkeiten die Arbeitsfähigkeit und Verläßlichkeit des Kooperationspartners der ISS in Boma - die Boma Students Association - in Mitleidenschaft gezogen. Die ISS bemühte sich daher - wie in 2013 schon eingeleitet-, die Durchführung der Unterstützungsleistungen im direkten Benehmen mit den Schulen der Förderschüler und- studenten vorzunehmen, was eine beträchtliche Ausweitung des Verwaltungsaufwandes auf Seiten der ISS hervorruft.

4.2.3: Einschränkung der Projektvisitation

Aufgrund widriger Witterungsumstände konnte die von P. Stephan angetretene Sudan-Reise zum Besuch der Förderstellen in Boma und den Nubabergen nicht wie geplant durchgeführt werden.

4.3: Pastorale und friedenspädagogische Arbeit

Empfindliche Spendenrückgänge im ersten Halbjahr 2014 veranlassten den Vorstand der ISS aus Gründen der liquiditätsmäßigen Sicherung vordringlicher Maßnahmen, in 2014 die Unterstützung des Projekts Förderung der pastoralen Arbeit der Diözese El Obeid sowie des friedenspädagogischen Projekts von Bischof em. Paride Taban in Kuron auszusetzen.

4.4: Soziale Maßnahmen

Die ISS hat sich auch in 2014 an sozialen Maßnahmen beteiligt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nubabergen mit all ihren Belastungen für die Bevölkerung haben Notlagen geschaffen, für deren Ersthilfe die ISS in 2014 rund 2.230 Euro beisteuerte. Die Kirche und ihre Partner versuchen nach Möglichkeit, mit dringend notwendigen Lieferungen - wie zum Beispiel lebensrettende Medikamente, Nahrungsmittel, Benzin und Ersatzteile - das Leiden der Menschen zu verringern. Die ISS ist Partner bei NuMero (Nuba Mountains Emergency Response Operation) und hat sich bei deren Hilfsaktionen auch in 2014 mit dem Kauf eines Containers beteiligt.

Für Schüler, die wegen der Kriegssituation im Gebiet Boma in der unterrichtsfreien Zeit nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden Sonderkosten der Unterbringung und der Verpflegung an ihren Schulorten, übernommen.

5. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

5.1

Die ISS wirbt für ihre Arbeit vor allem durch ihren Internetauftritt und durch ihr Sudan-Info, das einmal im Jahr erscheint und ausführlich über die Situation im Sudan und im Südsudan sowie über die Arbeit der ISS berichtet. In 2014 hatte die Internetseite der ISS 26.993 Besucher. In unregelmäßiger Folge wird auch in dem monatlich erscheinenden Himmeroder Rundbrief auf Probleme in den Nubabergen und im Südsudan aufmerksam gemacht, und es wird darin aufgerufen, die ISS zu fördern.

5.2

Regelmäßig finden Veranstaltungen in Schulen und Gemeinden statt, in denen um die Unterstützung der Menschen und Schulen im Südsudan und in den Nubabergen geworben wird. Bei diesen Veranstaltungen werden Flyer der ISS verteilt, die auch weitergegeben werden sollen.

5.3

Bei fast allen Veranstaltungen im Kloster Himmerod wird auf die Arbeit der ISS hingewiesen und um Unterstützung geworben.

5.4

Es fanden in Deutschland Benefizkonzerte der Pianistin Roswitha Aulenkamp und dem Tenor Theodor Hoffmeyer sowie in Österreich von der Sängerin Genoveva dos Santos und ihrem Pianisten Istvan Mátyás statt, in denen für die Arbeit der ISS gesammelt und über ihre Arbeit berichtet wurde.

Die Konzertreihe, die Rainer Scheibe mit der Trompete im Kloster Himmerod/Eifel zugunsten der Initiative Sudan / Südsudan gab, wurde in Bochum und Wetter mit dem Organisten Gerald Gatawis fortgesetzt.

5.5

Die ISS hält alle zwei Jahre im Kloster Himmerod einen ganztätigen Sudantag ab, so auch in 2014. Die Veranstaltung will einerseits über die aktuelle Lage bzw. Probleme des Süd- und Nord-Sudan informieren und andererseits für das Anliegen der ISS werben. Sie versteht sich aber auch als Dank an die Spender für die Unterstützung der Arbeit der ISS.

Jahresbericht 2013

1. Organisatorisches und Mitgliederzahl

1.1

Die auf der letzten Mitgliederversammlung beschlossenen Änderungen der Satzung sind am 11.11.2013 in das Vereinsregister eingetragen worden und damit wirksam.

  • Der offizielle Namen des Vereins lautet nunmehr Initiative Sudan / Südsudan / P. Stephan e.V.; abgekürzt ISS.
  • Widerspruchsrechte der Mitglieder bei Aufnahme bzw. Austritt sind gesichert.
  • Der Vorstand besteht jetzt aus 5 Personen.
  • Für die Prüfung der Rechnungslegung sind 2 Kassenprüfer bestimmt.

1.2

Der Vorstand der ISS hat in 2013 4 Sitzungen abgehalten. Zu den Sitzungen wurden nach Bedarf weitere Mitglieder der ISS hinzugezogen.

1.3

Die ISS hat 18 Vereinsmitglieder (Stand: 15.5.2014).

2. Rechnungslegung

2.1

Der Vorstand der ISS hat auch für 2013 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen-/ und Ausgaben- / sowie Vermögensrechnung erstellt. Zwei Kassenprüfer haben das Rechenwerk ohne Beanstandungen geprüft und werden der Mitgliederversammlung im Juni 2014 vorschlagen, dem Vorstand Entlastung zu erteilen.

Außerdem wird der 2013-Abschluss wie in den Vorjahren dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) im Rahmen des neuen Antrages auf weitere Zuerkennung des Spenden-Siegels vorgelegt.

2.2

Der ISS flossen in 2013 insgesamt 111.378 Euro Spenden zu. Bei einem längerfristigen Vergleich scheint sich damit zu bestätigen, dass die ISS künftig von nicht mehr als 110 - 115.000 Euro regulären Spendeneinnahmen pro Jahr (ohne einmalige Sonderspenden) ausgehen kann.

2.3

Die Ausgaben der ISS betrugen in 2013 insgesamt 127.750 Euro (Vorjahr: 111.585 Euro). 89% der Gesamtausgaben wurden für die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Lehrergehältern und Bezahlung von Schulgeld bzw. Stipendien und rund 3% zur Unterstützung pastoraler Aufgaben verwendet. Für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit wurden 2% und für Verwaltung 1,2 % der Gesamtausgaben aufgewendet. Nach DZI-Kriterien ist der Verwaltungsanteil besonders niedrig ("niedrig" = unter 10%). Jeder gespendete Euro kam demnach bis auf wenige Cents bei den Projekten an.

2.4

Von dem am Jahresende verbleibenden Überschuss in Höhe von 17.813 Euro wurden 3.500 Euro in eine freiwillige Rücklage eingebracht und der Rest des Bankguthabens zur Abdeckung von erst Anfang 2014 fälligen Zahlungen aus 2013 vorgehalten.

3. Bericht über die Projekte

3.1

Die Fördermaßnahmen der ISS unterteilen sich in folgende 4 Projektbereiche:

  • Förderung von Ausbildungsmaßnahmen
  • Förderung der pastoralen Arbeit
  • Förderung friedenspädagogischer Maßnahmen
  • Förderung sozialer Maßnahmen

3.2

Die Unterstützung von Ausbildungsmaßnahmen im Südsudan und in den Nubabergen des (Nord-)Sudan steht im Zentrum der Förderungstätigkeit der ISS. Dies drückt sich in den Zahlen der Ausgaben der ISS aus: Von 127.750 Euro Gesamtausgaben sind in 2013 114.255 Euro in Ausbildungsprojekte geflossen, also 89%.

3.2.1: Diözese El Obeid

Den größten Teil dieser Ausbildungsförderung erhielt die Diözese El Obeid über ihre Administrationssstelle in Nairobi für den Betrieb und die Ausstattung ihrer Schulen im Südsudan und in den Nubabergen. Die Diözese unterhält von Nairobi aus 11 Schulen (neun Grund- und zwei Sekundarschulen) sowie ein neu eingerichtetes Lehrerausbildungszentrum. Fünf Schulen liegen auf dem Gebiet des Südsudan (Region Turalei, Twic County) mit ca. 1.650 Schülern und sechs Schulen mit ca. 1500 Schülern in den Nuba-Bergen, die nahe an der Grenze zum Süden im Bereich des Nord-Sudan liegen. Das Lehrerausbildungszentrum mit etwa 30 Studierenden liegt ebenfalls in den Nubabergen.

Die ISS hat mit rd. 86.000 Euro maßgeblich zur Bestreitung der Lehrergehälter und zur Beschaffung von Lehrmaterialien dieser Institutionen beigetragen. Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Institutionen einen sehr guten Ruf. Sie verfügen über eine Nachfrage, die sie nur teilweise bewältigen können.

Leider wird der Schulbetrieb in den Nubabergen seit der Unabhängigkeit des Südens durch ständige Angriffe aus der Luft und zu Land durch die Regierungstruppen des Sudan erheblich belastet. Das Volk der Nubas sucht den Anschluss an den Südsudan und führt dazu mit ihrer Befreiungsbewegung Nord (SPLA-N) einen Bürgerkrieg gegen den Nord-Sudan. Zwischen der Befreiungsbewegung und den Regierungstruppen des Sudan tobt seit der Trennung ein blutiger Kampf, der für die Nubabevölkerung Elend, Tod und Vertreibung brachte und zeitweise bzw. lokal je nach Kriegsstand auch zur Einstellung des Schulbetriebes zwang.

Trotz großer Schwierigkeiten gelang es, Teile der geflohenen Lehrerschaft zurückzuholen und noch in 2012 wenigstens in zwei Schulen den Betrieb wieder aufzunehmen.

In 2013 konnten drei von vier Grundschulen in den Nubabergen mit ca. 1.500 Schülern und die Sekundarschule mit ca. 200 Schülern den Schulbetrieb wieder aufnehmen, ebenso das Lehrerausbildungszentrum.

P. Stephan war auch in 2013 in der Region Turalei. Unter erheblichen Risiken und Mühen konnte er auch in das Konfliktgebiet in den Nubabergen reisen und dort einzelne Schulen und Gemeinden besuchen.

3.2.2: Boma

Mit 20.000 Euro hat die ISS ISS in 2013 Ausbildungsprojekte mit Bezug zu Boma, das im Südosten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, unterstützt. Es wurden Ausbildungsbeihilfen für ca. 35 Schüler und Schülerinnen, die aus Boma stammen und weiterführende Grund-, und Sekundarschulen in Narus (in der Provinz Eastern Equatoria gelegen) besuchen, gewährt. Ferner wurden die Kosten der Ausbildung in Kenia von sieben Schülern aus Boma auf High Schools in Südkenia (Kitale) und von zwei Studierenden auf Colleges in Eldoret (Südkenia) übernommen.

Die Boma-bezogene Projektarbeit hat sich in 2013 für die ISS zu einem besonderen Problem entwickelt. Zum einen sind auch in der Bomaregion ethnisch bedingte gewaltsame Auseinandersetzungen ausgebrochen, die mittlerweile die gesamte Provinz Jonglei ergriffen haben und die in Boma zur Zerstörung des Dorfes und der von der ISS bis dahin geförderten Grundschule in Boma Up sowie zur Vertreibung der Bevölkerung führten. Andererseits haben die ethnischen Streitigkeiten die Arbeitsfähigkeit und Verläßlichkeit des Kooperationspartners der ISS in Boma - die Boma Students Association - in Mitleidenschaft gezogen.

Die ISS bemüht sich daher, künftig die Durchführung der Unterstützungsleistungen im direkten Benehmen mit den Schulen der Förderschüler und- studenten vorzunehmen, was eine beträchtliche Ausweitung des Verwaltungsaufwandes auf Seiten der ISS hervorruft.

P. Stephan konnte in 2013 Boma aufgrund der gegebenen politischen und militärischen Umstände nicht besuchen.

3.3

Mit 4.000 Euro hat die ISS in 2013 auch die pastorale Arbeit der Diözese El Obeid in Form von Zuschüssen zu Priestergehältern unterstützt. Da die Kirchgemeinden vor Ort als Träger der Schulen eng mit dem Schulbetrieb verbunden sind, kommen diese Unterstützungsleistungen indirekt auch den Ausbildungsprojekten zugute.

3.4

Aufgrund der zentralen Bedeutung, die die ethnische Befriedung für die Entwicklung des jungen Landes einnimmt, hat sich die ISS entschlossen, in 2013 das friedenspädagogische Projekt von Bischof em. Paride Taban in Kuron, das "Holy Trinity Peace Village Kuron Projekt" (www.kuronvillage.net), mit 2.000 Euro zu unterstützen. Das Fördergeld soll helfen, den Betrieb der Anlage zu finanzieren.

3.5

Die ISS hat sich auch in 2013 an sozialen Maßnahmen beteiligt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nubabergen mit all ihren Belastungen für die Bevölkerung haben Notlagen geschaffen, für deren Ersthilfe die ISS in 2013 2.100 Euro beisteuerte. Die Kirche und ihre Partner versuchen nach Möglichkeit, mit dringend notwendigen Lieferungen - wie zum Beispiel lebensrettende Medikamente, Nahrungsmittel, Benzin und Ersatzteile - das Leiden der Menschen zu verringern. Die ISS ist Partner bei NuMero (Nuba Mountains Emergency Response Operation) und hat sich bei diesen Hilfsaktionen auch in 2013 mit dem Kauf eines Containers beteiligt.

Für Schüler, die wegen der Kriegssituation im Gebiet Boma in der unterrichtsfreien Zeit nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden die Sonderkosten der Unterbringung und der Verpflegung an ihren Schulorten, übernommen.

4. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

4.1

Die ISS wirbt für ihre Arbeit vor allem durch ihren Internetauftritt und durch ihr Sudaninfo, die einmal im Jahr erscheinen und ausführlich über die Situation im Sudan und im Südsudan sowie über die Arbeit der ISS berichten. In 2012 hatte die Internetseite der ISS 20.283 Besucher. In unregelmäßiger Folge wird auch in dem monatlich erscheinenden Himmeroder Rundbrief auf Probleme im Sudan und Südsudan aufmerksam gemacht, und es wird aufgerufen, die ISS zu fördern.

4.2

Regelmäßig finden Veranstaltungen in Schulen und Gemeinden statt, in denen um die Unterstützung der Menschen und Schulen im Südsudan und in den Nubabergen geworben wird. Bei diesen Veranstaltungen werden Flyer der ISS verteilt, die auch weitergegeben werden sollen.

4.3

Bei fast allen Veranstaltungen im Kloster Himmerod wird auf die Arbeit der ISS hingewiesen und um Unterstützung geworben.

4.4

Es fanden in Deutschland Benefizkonzerte der Pianistin Roswitha Aulenkamp und dem Tenor Theodor Hoffmeyer sowie in Österreich von der Sängerin Genoveva dos Santos und ihrem Pianisten István Mátyás statt, in denen für die ISS gesammelt und über ihre Arbeit berichtet wurde.

4.5

Die ISS hält alle 2 Jahre im Kloster Himmerod einen ganztätigen Sudantag ab, so auch in 2014. Die Veranstaltung will einerseits über die aktuelle Lage bzw. Probleme des Süd- und Nord-Sudan informieren und andererseits für das Anliegen der ISS werben. Sie versteht sich aber auch als Dank an die Spender für die Unterstützung der Arbeit der ISS.

5. Einnahme-/Ausgabenrechnung 01.01.2013 - 31.12.2013

Anfangsguthaben per 01.01.2013 auf Vereinskonten

Sparkasse Mittelmosel 34.184,99 Euro

Einnahmen

Spenden 111.347,56 Euro
Sonstige Einnahmen 30,01 Euro
Summe 111.377,57 Euro

Ausgaben

I. Förderung von Ausbildungsmaßnahmen (Projektbereich I)
Zuschuss zu Lehrergehältern und Schuladministration der Diözese El Obeid 86.100,00 Euro
Ausbildungsstipendien für weiterführenden Schulbesuch von Schülern der Grundschule in Boma Up 20.000,00 Euro
Sonstige individuelle Ausbildungsbeihilfen 8.155,00 Euro
Summe 114.255,00 Euro
II. Förderung der pastoralen Arbeit (Projektbereich II)
Zuschuss zu Priestergehältern der Diözese El Obeid 4.000,00 Euro
Förderung der kath. Gemeinde in Boma 0,00 Euro
Summe 4.000,00 Euro
III. Förderung friedenspädagogischer Maßnahmen im Südsudan/Kuron (Projektbereich III)
Aufwendungen 2.000,00 Euro
Summe 2.000,00 Euro
IV. Soziale Maßnahmen im Südsudan: Flüchtlingshilfe (Projektbereich IV)
Aufwendungen 2.118,20 Euro
Summe 2.118,20 Euro
V. Ausgaben für Projektbegleitung
Projektbesuchsreise von zwei Vorständen im Jahr 2013 1.066,32 Euro
Summe 1.066,32 Euro
VI. Ausgaben für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit
Internetauftritt/Hostingkosten 253,44 Euro
Papier-, Druck-, Portokosten für SudanInfo 2013 1.825,96 Euro
Spendensiegel/DZI 640,68 Euro
Sonstige Werbungskosten 93,66 Euro
Summe 2.720,08 Euro
VII. Verwaltungsausgaben
Kontogebühren 546,97 Euro
Anfrage Anschrift 0,01 Euro
Festplatte, Datensicherung 69,00 Euro
Sachausgaben: Papier, Porto, Toner 184,55 Euro
Aufwandentschädigungen 744,30 Euro
Notar- und Rechtsanwaltkosten 45,53 Euro
Summe 1.590,36 Euro
Summe gesamt 127.749,96 Euro

6. Vermögensrechnung

Anfangsguthaben 34.184,99 Euro
+ Einnahmen 111.377,57 Euro
- Ausgaben 127.749,96 Euro
= Kontostände per 31.12.2013 17.812,60 Euro
Freiwillige Rücklage 3.500,00 Euro
Überschussguthaben ohne freiwillige Rücklage 14.312,60 Euro

gez. S.R. Senge
Vorsitzender
Großlittgen, 14. Juni 2014

gez. Prof. Dr. Roth
Stellvertretender Vorsitzender
Dortmund, 14. Juni 2014

Jahresbericht 2012

1. Satzungsänderungen und Mitgliederzahl

Änderung des Vereinsnamens

Am 09.07.2011 erlangte der Südsudan seine staatliche Unabhängigkeit vom Nord-Sudan, der sich nach wie vor als "Republik Sudan" bezeichnet. Da die Hilfsorganisation von P. Stephan Projekte auf beiden Staatsgebieten unterhält, war eine Anpassung des Vereinsnamens an die geänderte politische Situation vorzunehmen. Die Organisation trägt nunmehr den Namen Initiative Sudan / Südsudan / P. Stephan Senge e.V. Im Folgenden wird der neue Vereinsname in der abgekürzten Form ISS verwendet.

Erweiterung des Vorstandes und der Kassenprüfung

Veränderte Anforderungen zur Erlangung des Spenden-Siegels machten eine Aufstockung des ehrenamtlich tätigen Vorstandes der Initiative von drei auf fünf Personen notwendig. Die Mitgliederversammlung erweiterte den bisherigen Vorstand aus den Mitgliedern Senge (1. Vorsitzender), Roth (stellv. Vorsitzender) und Guntermann (Kassenwart) um Frau Hannelore Bangert-Nellessen und Herrn Klaus Unbereit als weitere stellvertretende Vorsitzende.

Durch die neuen DZI-Standards ist der Jahresabschluss von zwei Kassenprüfern auf seine Richtigkeit und Ordnungsmäßigkeit zu überprüfen.

Mitgliederzahl

Die ISS hatte Ende 2012 18 Vereinsmitglieder, die sich allesamt ehrenamtlich für die Ziele der Organisation einsetzen.

2. Rechnungslegung

Der Vorstand der ISS hat auch für 2012 wie in den Vorjahren den Jahresabschluss in Form einer Einnahmen- und Ausgaben- sowie Vermögensrechnung erstellt. Zwei Kassenprüfer haben das Rechenwerk ohne Beanstandungen geprüft.

Der ISS flossen in 2012 insgesamt 146.604 Euro Spenden und 318 Euro aus sonstigen Einnahmen zu. Das schlechte Vorjahresergebnis der Spendeneinnahmen in Höhe von 109.676 wurde damit um rd. 34 % übertroffen. Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Hauptursache für den Spendeneinbruch in 2011 überwunden sein dürfte.

Die Ausgaben der ISS betrugen in 2012 139.378 Euro (Vorjahr: 111.585 Euro). 87% der Gesamtausgaben wurden für die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen und rd. 3% zur Unterstützung pastoraler Aufgaben verwendet. Für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung wurden insgesamt 3888 Euro eingesetzt, das sind 2,8%. Nach DZI-Maßstab ist dieser Anteil niedrig ("niedrig" = unter 10%). Jeder gespendete Euro kam demnach bis auf wenige Cents bei den Projekten an.

Der am Jahresende verbleibende Überschuss wurde in Höhe von 3.500 Euro in eine freiwillige Rücklage von 3.500 Euro eingebracht und der Rest des Bankguthabens zur Abdeckung von erst Anfang 2013 fälligen Zahlungen aus 2012 vorgehalten.

3. Bericht über Großprojekte

Diözese El Obeid

Ein Projektschwerpunkt war auch im Jahr 2012 die Unterstützung von Schulen der Diözese El Obeid. Die Diözese unterhält 12 Schulen (zehn Grund- und zwei Sekundarschulen) sowie ein neu eingerichtetes Lehrerausbildungszentrum. Sie liegen auf dem Gebiet des Südsudan (Region Turalei) und in den Nuba-Bergen im Nord-Sudan. Die ISS hat mit rund 85.000 Euro maßgeblich zur Bestreitung der Lehrergehälter dieser Institutionen beigetragen.

Die Schulen weisen durchweg einen hohen Leistungsstandard auf und genießen im Gegensatz zu den staatlichen Institutionen einen sehr guten Ruf. Sie verfügen über eine Nachfrage, die sie nur teilweise bewältigen können. Zwei Vertreter des Vorstandes konnten sich 2012 im Rahmen einer Projektbesuchsreise exemplarisch selbst davon überzeugen, dass die Schuleinrichtungen sich in einem sehr guten Zustand befinden. Lehrer und Schülerschaft hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck.

Zwischen der Volksbefreiungsbewegung Nord (SPLA-N) und den Regierungstruppen des Sudan tobt ein blutiger Kampf, der Elend, Armut und Tod bringt und zur Einstellung des Schulbetriebes zwang. Täglich gibt es Luftangriffe auf die Nuba-Berge mit all ihren Folgen: Tod, Verstümmelungen und Vertreibungen. Opfer sind vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen. Hunger ist ein weiteres Problem, da der Norden mit Brandbomben sogar auf die wenigen Anbauflächen zielt.

Die Kirche und ihre Partner versuchen nach Möglichkeit, mit dringend notwendigen Lieferungen - wie zum Beispiel lebensrettende Medikamente, Nahrungsmittel, Benzin und Ersatzteile - das Leiden der Menschen zu verringern. Die ISS hat sich bei diesen Hilfsaktionen mit dem Kauf eines Containers beteiligt.

Trotz großer Schwierigkeiten gelang es, Teile der geflohenen Lehrerschaft zurückzuholen und noch in 2012 wenigstens in zwei Schulen den Betrieb wieder aufzunehmen.

In geringem Umfang wurden der Diözese El Obeid auch finanzielle Hilfen zur Bezahlung der Priester gewährt. Da die Kirchgemeinden vor Ort als Träger der Schulen eng mit dem Schulbetrieb verbunden sind, kommen diese Unterstützungsleistungen indirekt auch den Ausbildungsprojekten zugute.

Boma

Mit und 15.600 Euro hat die ISS Ausbildungsprojekte in Boma, das im Osten des Südsudan in der Provinz Jonglei liegt, gefördert. 2.400 Euro dienten der Bezahlung von 3 heimischen Grundschullehrern. Etwas mehr als 13.000 Euro wurden über die Boma Students Association (BSA) als Stipendien für Schüler und Studenten aus Boma, die weiterführende Schulen bzw. Hochschulen in Kitale (Kenia) und Narus (Südsudan) besuchen, vergeben.

Das Verfahren zur Auswahl dieser Stipendiaten stellt sicher, dass sowohl Leistungskriterien wie auch gesellschaftspolitisch förderungswürdige Gesichtspunkte - Berücksichtigung von weiblichen Schülern und von solchen aus benachteiligten Regionen und Stämmen - Beachtung finden.

Von der Leitung einer der weiterführenden Schulen in Narus bekam die ISS in Bezug auf das Leistungsergebnis der Boma-Schüler folgende Rückmeldung: "Your funds are being well used."

Zwei Vorstände und ein weiteres Mitglied der ISS verschafften sich in 2012 im Rahmen einer Besuchsreise einen Überblick über die Situation in Boma, einem Gebiet, das entlegen und schwierig zu erreichen ist und als benachteiligte Region des Südsudan gilt.

Seit 2006 ist die katholische Kirchengemeinde, die Träger der von der ISS unterstützten Schule ist, ohne Priester, so dass die Initiative bei der Projektumsetzung kommissarisch auf die Kooperation einer örtlichen Selbsthilfeorganisation - Boma Students Association (BSA) - angewiesen ist.

Gespräche mit Mitgliedern der BSA, mit Vertretern der vor Ort tätigen englischen Nichtregierungsorganisation Across und der verwaisten Kirchengemeinde, mit dem Schulleiter und Personen der politischen Gemeinde bekräftigten die Überzeugung, dass es richtig und notwendig ist, hier trotz der Schwierigkeiten verstärkt Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu müssen.

Das Besuchsteam der ISS wählte u.a. auch eine neue Stipendiatin für ein Hochschulstudium in Kenia aus. Außerdem wurden vorbereitende Schritte zur Vermittlung einer künftigen Ausbildungspatenschaft durch einen deutschen Spender unternommen.

4. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Die ISS wirbt für ihre Arbeit vor allem durch ihren Internetauftritt und durch ihre Sudaninfo, die einmal im Jahr erscheint und ausführlich über die Situation im Sudan und im Südsudan sowie über die Arbeit der ISS berichtet. In 2012 hatte die Internetseite der ISS 17.298 Besucher. In unregelmäßiger Folge wird auch in dem monatlich erscheinenden Himmeroder Rundbrief auf Probleme im Sudan und Südsudan aufmerksam gemacht, und es wird aufgerufen, die ISS zu fördern.

Regelmäßig finden Veranstaltungen in Schulen und Gemeinden statt, in denen um die Unterstützung der Menschen und Schulen im Südsudan / Sudan geworben wird. Bei diesen Veranstaltungen werden Flyer der ISS verteilt, die auch weitergegeben werden sollen.

Bei fast allen Veranstaltungen im Kloster Himmerod wird auf die Arbeit der ISS hingewiesen und um Unterstützung geworben.

Es fanden in Deutschland Benefizkonzerte der Pianistin Roswitha Aulenkamp und dem Tenor Theodor Hoffmeyer sowie in Österreich von der Sängerin Genoveva dos Santos und ihrem Pianisten István Mátyás statt, in denen für die ISS gesammelt und über ihre Arbeit berichtet wurde.

Die ISS hält alle 2 Jahre im Kloster Himmerod einen ganztätigen Sudantag ab, so auch in 2012. Die Veranstaltung will einerseits über die aktuelle Lage bzw. Probleme des Süd- und Nordsudan informieren und andererseits für das Anliegen der ISS werben. Sie versteht sich aber auch als Dank an die Spender für die Unterstützung der Arbeit der ISS.

5. Einnahme-/Ausgabenrechnung 01.01.2012 - 31.12.2012

Anfangsguthaben per 01.01.2012 auf Vereinskonten

Sparkasse Mittelmosel 26.296,21 Euro
Sparkasse Dortmund 343,85 Euro
Summe 26.640,06 Euro

Einnahmen

Spenden 146.604,34 Euro
Sonstige Einnahmen 318,59 Euro
Summe 146.922,93 Euro

Ausgaben

I. Förderung von Ausbildungsmaßnahmen (Projektbereich I)
Zuschuss zu Lehrergehältern und Schuladministration der Diözese El Obeid 104.480,00 Euro
Betrieb einer Grundschule in Boma Up / Gehälter für Lehrer und Schulkoch 2.325,76 Euro
Ausbildungsstipendien für weiterführenden Schulbesuch von Schülern der Grundschule in Boma Up 13.250,00 Euro
Sonstige individuelle Ausbildungs-
beihilfen
2.500,00 Euro
Summe 122.555,76 Euro
II. Förderung der pastoralen Arbeit (Projektbereich II)
Zuschuss zu Priestergehältern der Diözese El Obeid 4.000,00 Euro
Förderung der kath. Gemeinde in Boma 0,00 Euro
Summe 4.000,00 Euro
III. Förderung friedenspädagogischer: Maßnahmen im Südsudan/Kuron (Projektbereich III)
Aufwendungen 0,00 Euro
Summe 0,00 Euro
IV. Soziale Maßnahmen im Südsudan: Flüchtlingshilfe (Projektbereich IV)
Aufwendungen 1.500,00 Euro
Summe 1.500,00 Euro
V. Ausgaben für Projektbegleitung
Projektbesuchsreise von zwei Vorständen im Jahr 2012 7.434,17 Euro
Summe 7.434,17 Euro
VI. Ausgaben für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit
Internetauftritt/Hostingkosten 195,88 Euro
Papier-, Druck-, Portokosten für SudanInfo 2012 1.780,30 Euro
Spendensiegel/DZI 665,13 Euro
Sonstige Werbungskosten 93,66 Euro
Summe 2.734,97 Euro
VII. Verwaltungsausgaben
Kontogebühren 428,68 Euro
Kosten einer Rücküberweisung 144,44 Euro
Sachausgaben: Papier, Porto, Toner 399,98 Euro
Aufwandentschädigungen 180,00 Euro
Summe 1.153,10 Euro
Summe gesamt 139.378,00 Euro

6. Vermögensrechnung

Anfangsguthaben 26.640,06 Euro
+ Einnahmen 146.922,93 Euro
- Ausgaben 139.378,00 Euro
= Kontostände per 31.12.2012 34.184,99 Euro
Freiwillige Rücklage 3.500,00 Euro
Überschussguthaben
ohne freiwillige Rücklage
30.684,99 Euro

gez. S.R. Senge
Vorsitzender
Großlittgen, 20. Juli 2013

gez. Prof. Dr. Roth
Stellv. Vorsitzender
Dortmund, 20. Juli 2013

Jahresbericht 2011

Im Jahr 2011 betrugen die Ausgaben der Initiative Sudan 111.584 Euro. Die Ausgaben für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit sowie Verwaltung machten in 2011 insgesamt 4.684 Euro aus, das sind 4,2 % der Gesamtausgaben. Dieser Anteilswert liegt erheblich unter der vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen / DZI gesetzten Obergrenze von 30 %. Jeder gespendete Euro kam demnach bis auf wenige Cents bei den Projekten im Südsudan an.

Mit insgesamt 109.676 Euro hatte die Initiative Sudan einen beträchtlichen Rückgang an Einzelspenden im Vergleich zum Vorjahr (2010: 167.333 Euro) zu verzeichnen.

Der Vorstand der Initiative Sudan ist sich bewusst, dass zur Besserung der Verhältnisse größere Anstrengungen bei Werbe- und Informationsmaßnahmen und gezielte Kooperationen mit anderen Hilfswerken zugunsten der Initiative Sudan nötig sind.

Im Mittelpunkt der Hilfen (97.198 Euro, das sind 87 % der Gesamtausgaben) stand die Unterstützung von Schulen mit Zuschüssen zu Lehrergehältern und die Vergabe von Stipendien an Schüler und Studierende.

Daneben wurde mit 4.000 Euro die Diözese El Obeid zur Bezahlung ihrer Priester umd mit 2.000 Euro für das Friedensdorfprojekt in Kuron beigetragen.

Die Projektsituation in den von der Diözese El Obeid unterhaltenen Schulen ist differenziert darzustellen. In dem zum Südsudan gehörenden Gebiet Twic County werden laufend neue Schulen eingerichtet. Es handelt sich um die Grund- bzw. weiterführenden Schulen in Turalei, Mayen Abun, Panlith, Wunrok und Mulbang. Die Schulen in den Nubabergen hingegen sind nur dann geöffnet, wenn die militärische Lage dies erlaubt.

Pater Stephan bereiste vom 18.10. - 2.11.2011 wieder den Südsudan, um ein aktuelles Bild von den Projektstandorten zu erhalten.

Jahresbericht 2010

Insgesamt verfügte die Initiative Sudan im Jahr 2010 über 223.798,62 Euro an Fördermitteln. Der Gesamtbetrag setzt sich zusammen aus dem Anfangsguthaben von 55.424,91 Euro, Einzelspenden von insgesamt 167.333,81 Euro sowie dem Erlös von 631,90 Euro aus dem Verkauf von Info- und Werbematerial und Einnahmen von 408,00 Euro vom Sudantag 2010.

Das Spendenaufkommen ist im Vorjahresvergleich um 38.177,74 Euro gesunken.

Im Berichtsjahr 2010 setzte die Initiative Sudan von den verfügbaren Mitteln 195.250,38 Euro ein. Der größte Posten entfiel mit 164.707,50 Euro auf die Förderung von 11 Schulprojekten und eines Berufsschulzentrums in der Diözese El Obeid, auf die Unterstützung von vier Schulprojekten und die Bereitstellung verschiedener Ausbildungsbeihilfen in der Diözese Torit/Boma sowie einiger weiterer individueller Ausbildungsbeihilfen.

Mit 18.000,00 Euro trug die Initiative Sudan hierbei zur Unterstützung der pastoralen Arbeit in der Diözese El Obeid bei, mit 2.051,50 Euro förderte sie das Friedendorf Kuron.

Verwaltungskosten und Aufwendungen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit konnten wegen des hohen ehrenamtlichen Engagements die Mitglieder der Initiative Sudan auch 2010 mit 10.491,38 Euro gering gehalten werden.

Neben den Kosten für das Sudan-Info sowie Sachaufwendungen wie Porto und Kontoführung umfasst dieser Posten auch die Ausgaben für die jährliche Projektreise Pater Stephans in den Südsudan.

Per Kontostand vom 31. Dezember 2010 bezifferten sich zu Beginn des Jahres 2011 die Rücklagen der Initiative Sudan auf 28.548,24 Euro.

Jahresbericht 2009

Im Jahr 2009 standen der Initiative Sudan 242.005,32 Euro Fördermittel zur Verügung. Dieser Betrag ergibt sich aus Rücklagen in Höhe von 16.493,77 Euro, Einzelspenden von insgesamt 205.511,55 Euro sowie einer Spende des Kindermissionswerkes für Boma von 20.000,00 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr war damit das Spendenaufkommen um ca. 16.000 Euro geringer.

Von den verfügbaren Mitteln setzte die Initiative Sudan insgesamt 186.580,41 Euro im Verlauf des Berichtsjahres 2009 ein.

Hiervon entfielen 169.996,05 Euro auf die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen im Süd- und Mittelsudan, namentlich auf elf Schulprojekte und das Berufsschulzentrum in der Diözese El Obeid, auf drei Schulprojekte und Ausbildungsbeihilfen in der Diözese Torit/Boma sowie auf individuelle Ausbildungsbeihilfen.

Mit rund 6.000 Euro unterstützte die Initiative Sudan die pastorale Arbeit in der Diözese El Obeid. Für soziale Maßnahmen und Hilfen in individuellen Notlagen im Süd- und Mittelsudan wendete sie 2.982,25 Euro auf.

Auch im Jahr 2009 machte es der hohe ehrenamtliche Einsatz der Mitglieder der Initiative Sudan möglich, die Verwaltungskosten mit insgesamt 7.601,85 Euro gering zu halten. Dieser Posten setzt sich aus den Aufwendungen für Papier und Druck des Sudan Infos, weiteren Sachaufwendungen wie Porto und Kontoführung sowie den Kosten der Projektreise Pater Stephans in den Sudan zusammen.

Die Rücklagen der Initiative Sudan beziffern sich damit zu Beginn des Jahres 2010 auf 55.424,91 Euro.

Jahresbericht 2008

In 2008 standen der Initiative Sudan rund 258.066 Euro Fördermittel aus Spenden, Erbschaftsnachlass und Rücklagen zur Verfügung. Das sind 31.000 Euro mehr als im Vorjahr. 233.512 Euro hat das Hilfswerk durch Einzelspenden einschließlich einer Großspende aus einem Nachlass erhalten.

Von den verfügbaren Mitteln wurden im Berichtsjahr insgesamt 241.500 Euro verausgabt. Ca. 85 % davon flossen in die Förderung von Ausbildungsmaßnahmen in Form von Zuschüssen zu Kosten des Schulbetriebes und des Schulausbaus sowie von Ausbildungshilfen.

12 Schulen des Primar- und weiterführenden Bereiches, davon 11 Schulen in den Nubabergen der Diözese El Obeid und einer Grundschule in Boma der Diözese Torit waren in die Förderung einbezogen.

Darüber hinaus unterstützte die Initiative Sudan in 2008 die pastorale Arbeit in der Diözese El Obeid dadurch, dass sie den Lebensunterhalt von Priestern mit 24.000 Euro bezuschusste. Rund 1% der Gesamtausgaben hat die Stiftung für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Dank des hohen ehrenamtlichen Einsatzes der Mitglieder war es der Initiative Sudan möglich, ihre Arbeit mit einem Anteil an Verwaltungskosten von knapp 3% zu bestreiten.